Kothgasser neuer Salzburger Erzbischof
- ikan gab Ernennung offiziell bekannt
- Noch kein Kommentar von Kothgasser
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Kothgasser seit 97 Innsbrucker Bischof
Die Ernennung des neuen Salzburger Erzbischofs Alois Kothgasser durch Papst Johannes Paul II. wurde am Mittwochmittag vom Vatikan offiziell bekannt gegeben. Der Termin für die Amtsübernahme des bisherigen Innsbrucker Diözesanbischofs in Salzburg steht noch nicht fest.
Der Innsbrucker Bischof Alois Kothgasser (65) wird die Nachfolge Georg Eders (74) antreten, der aus gesundheitlichen Gründen um vorzeitige Versetzung in den Ruhestand ersucht hatte. Die Ernennung Kothgassers gilt als sicher, eine offizielle Bestätigung durch den Vatikan wird für die kommenden Tage erwartet. Kothgasser selbst befindet sich derzeit zu Exerzitien und wollte keinen Kommentar abgeben.
Bereits am vergangenen Samstag dürfte das zwölfköpfige Salzburger Domkapitel aus dem Dreier-Vorschlag des Vatikans gewählt haben. Inzwischen hat Rom der Bundesregierung in Wien den Namen des künftigen Salzburger Oberhirten genannt. Laut Konkordat von 1933 hat die Regierung das Recht, "Gründe allgemein politischer Natur gegen die Ernennung geltend zu machen". Erst nach der Zustimmung aus Wien kann der Papst die offizielle Ernennung durchführen.
Kothgasser wurde am 29. Mai 1937 in Lichtenegg geboren und gehört seit 1955 der österreichischen Salesianerprovinz an. Zwischen 1960 und 1965 studierte er am "Pontificio Ateneo Salesiano" (Turin) Philosophie und Theologie. Nach der Priesterweihe 1964 setzte er bis 1968 an der inzwischen nach Rom verlegten Salesianerhochschule seine Studien fort und erlangte mit einer Dissertation über die Dogmenentwicklung den theologischen Doktorgrad.
Von 1968 bis 1978 wirkte Kothgasser in Rom als Dozent für Dogmatik mit dem Schwerpunkt Theologische Anthropologie und Theologiegeschichte, von 1978 bis 1980 auch als außerordentlicher Professor an der "Universitas Pontifica Salesiana" (Rom). Nach der staatlichen Anerkennung der Hochschule Benediktbeuren wurde Kothgasser als Professor für Dogmatik nach Oberbayern berufen. In Benediktbeuren wirkte er von 1982 bis 1988 als Rektor, von 1988 bis 1994 als Prorektor, ehe er neuerlich die Leitung der Hochschule übernahm. 1997 wurde er zum Innsbrucker Diözesanbischof geweiht.
Kothgasser setzte sich bisher unter anderem für die Aussöhnung zwischen Katholischer Kirche und anderen Religionsgemeinschaften ein. Stellung bezog er auch mehrfach zu nicht-kirchlichen Themen, etwa mit seinen Aufrufen bei den Transitblockaden. Zuletzt trat er vehement für besseren Schutz behinderten Lebens ein und wandte sich gegen Selektionen von Ungeborenen durch spezielle Untersuchungen.
In den vergangenen Tagen hatte es in Salzburg viele Gerüchte um die Bischofswahl gegeben, offizielle Stellungnahmen gibt es auch heute noch keine. "Wir haben uns im Domkapitel darauf geeinigt, vor der Bekanntgabe durch Rom keinen Kommentar in der Öffentlichkeit abzugeben", meinte etwa Salzburgs Generalvikar Hans Reißmeier zur APA. Auch Domdechant Johannes Neuhardt, der die Wahl geleitet hat, wollte heute den Namen des neuen Erzbischofs noch nicht bestätigen.
Salzburg hat das Sonderrecht, dass der Bischof nicht direkt von Rom bestellt wird, sondern dass das Metropolitankapitel aus einem Dreiervorschlag aus Rom einen Erzbischof wählen kann. Salzburg ist die älteste Erzdiözese im gesamten deutschsprachigen Raum. Der Salzburger Erzbischof besaß bis 1920 sogar das Recht, die Bischöfe in den Salzburg untergeordneten Bistümern selbst zu ernennen. Noch heute tragen die Salzburger Erzbischöfe das Purpurgewand eines "geborenen Legaten". Außerdem führen sie noch immer den Titel "Primas Germaniae".
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