Dienstag, 19. November 2002

Das geheime Belastungspaket

  • Höhere Benzin- und Grundsteuer, Überstunden teurer
  • PLUS: Reaktionen und Ihre Meinung zum Grasser-Plan

Exklusiv: Welche Belastungen Finanzminister Karl-Heinz Grasser nach der Wahl wirklich plant.

Das hatten sich die neuen Freunde alles schon so schön vorgestellt. Genau eine Woche vor der Wahl vor die Presse treten und vor allerlei „rot-grünen Belastungen“ warnen, um dann den „Schüssel-Grasser-Kurs“ zu präsentieren, der selbstredend im Jahr 2005 „1.000 Euro mehr für jeden“ bescheren sollte.

So lautet zumindest das sonntägige Wahlversprechen von Kanzler Wolfgang Schüssel und seinem „parteifreien Finanzminister“ mit „ruhendem“ blauem Parteibuch, Karl-Heinz Grasser. Hinter den Kulissen liegen freilich längst ganz andere „Steuerpläne“ in Grassers Schublade im Winterpalais des Prinzen Eugen. Offenbar in Anlehnung an die so verhasste rot-grüne Koalition in Deutschland, die ebenfalls vor den Wahlen feierlich versprochen hatte, keine Steuern zu erhöhen, um kurz nach gewonnener Schlacht neue Steuererhöhungen zu verkünden (freilich auf Basis einer mehr als neun Prozent unter der österreichischen liegenden deutschen Abgabenquote), plant auch Schüssels Trumpf-Ass ein neues Sparpaket samt kräftigen Steuererhöhungen.

Grassers Belastungspaket
Wenige Tage vor der Nationalratswahl am 24. November lässt Jörg Haider nun in NEWS eine innenpolitische Bombe platzen. Und kratzt damit empfindlich am glänzenden Image Grassers und dessen angekündigten Steuersenkungsplänen.

Jörg Haider legt offen
Der Ex-FP-Chef legt NEWS exklusiv die „wirklichen Pläne“ seines ehemaligen politischen Ziehsohns vor. Und die verheißen „allerlei Grauslichkeiten“ (Copyright Haider). Haider: Grasser habe ihm dieses Papier im „Sommer, noch vor der Hochwasserkatastrophe, persönlich vorgelegt“. Jetzt, da Grasser „Schüssel im Wahlkampf Schützenhilfe“ leiste, brauche auch er keine Rücksicht mehr auf seinen „ehemaligen Sekretär“ zu nehmen. In diesem Konzept der von Grasser eingesetzten Steuerkommission finden sich jedenfalls zahlreiche Belastungen:

  • Streichung der Überstunden. Der Finanzminister will die Überstundenbegünstigungen ab 2003 streichen, um so 100 Millionen Euro (1,5 Milliarden Schilling) zu lukrieren. Damit würde Grasser in erster Linie Polizisten, Bau- und Industriearbeiter sowie jede Menge Angestellte treffen.

  • Ende für Topfsonderausgaben. Auch sämtliche Sonderausgaben, wie zum Beispiel Lebensversicherungen, sollen nicht mehr steuerlich begünstigt sein. Damit sollen Grassers Budget rund 400 Millionen Euro (5 Milliarden Schilling) zufließen.

    Autorin: Isabelle Daniel

    Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS.

    Außerdem:

  • Grassers Geheimplan: Welche Steuererhöhungen nach der Wahl kommen
  • Grasser: "Wir werden nach der Wahl sparen müssen"

    19.11.2002 15:32