Wegen Blockade: Frz. Polizei nimmt Lkw-Fahrer fest
- Frankreichs Fernfahrer errichten Straßenblockaden
- Nach Scheitern der Tarifgespräche stockte der Verkehr
Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen haben Frankreichs Fernfahrer in der Nacht zu Montag Straßenblockaden errichtet. Die französische Polizei hat auf Anweisung der Regierung Straßenblockaden von streikenden Lkw-Fahrern aufgelöst. In der Nähe der Stadt Lyon wurden nach Gewerkschaftsangaben acht Fernfahrer festgenommen, die sich an einer Blockade beteiligt hatten.
Verkehrsminister Gilles de Robien sagte im Rundfunksender Europe 1, die Lastwagenfahrer sollten "nicht das Streikrecht mit dem Recht auf die Sperrung von Straßen verwechseln".
Die Blockaden sind der erste große Arbeitskampf seit dem Amtsantritt der rechts-bürgerlichen Regierung von Premierminister Jean-Pierre Raffarin vor gut sechs Monaten.
Streiks legal - Sperren nicht
Streiks seien legal, sagte de Robien. "Es gibt aber keinen Grund für Blockaden, die das Land lahmlegen, das Zusammenkommen von Familien verhindern, den Beschäftigten den Weg zur Arbeit versperren und die Anlieferung von Waren verhindern", fügte der Minister hinzu. Innenminister Nicolas Sarkozy hatte ein hartes Vorgehen gegen Straßenblockierer angekündigt. Insbesondere droht den Lkw-Fahrern der Führerscheinentzug.
Kampf um 13. Monatsgehalt
Die beiden wichtigsten Fernfahrer-Gewerkschaften wollen höhere Einkommen und ein 13. Monatsgehalt erzwingen. In der Nacht zum Montag wurden landesweit rund 20 Straßensperren errichtet. Nach dem Einsatz der Polizei war die Lage unübersichtlich. Zum Teil wurden die Blockaden abgebrochen, zum Teil an anderer Stelle neu eingerichtet. An den meisten Sperren wurden nur Lastwagen aufgehalten, es gab aber zeitweise auch drei Vollsperrungen von Autobahnen oder Hauptverkehrsadern.
Tarifverhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den beiden wichtigsten Gewerkschaften CFDT und CGT waren am Sonntagabend gescheitert. Vier kleinere Gewerkschaften wollten nach Angaben des Arbeitgeberverbandes UFT dagegen das Angebot der Spediteure annehmen.
Der Fernverkehr in Frankreich wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von Lkw-Fahrern lahmgelegt. Vor gut zwei Jahren hatten die Fahrer im Interesse der Spediteure Blockaden errichtet, um niedrige Preise für Dieseltreibstoff durchzusetzen. Die damalige Linksregierung hatte schließlich eingelenkt.
Mit Lastwagen und Autos blockierten Fernfahrer den Zugang zu einer Lagerhalle in einem Vorort der nordfranzösischen Stadt Lille. Auf der Ringstraße um die in Westfrankreich gelegene Stadt Caen richteten sie Straßenblockaden ein. Die Fernfahrer ließen Pkws durch, Lastwagen verweigerten sie jedoch die Durchfahrt. Augenzeugen berichteten zudem von rund 30 Lkw-Fahrern, die den Zugang zu verschiedenen Transportunternehmen nahe Bordeaux im Südwesten des Landes blockierten.
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