Kartellstrafen für Meinl und Rewe in Tschechien
- Handelskonzerne sollen rund 1 Mio. Euro Strafe zahlen
- Meinl hat gegen Urteil berufen
Den tschechischen Töchtern von Meinl und Rewe drohen wegen der im Vorjahr abgeschlossenen Einkaufskooperation Millionen-Strafen: Die tschechische Wettbewerbsbehörde UOHS hat laut einem Bericht der "Hospodarske noviny" den beiden Unternehmen eine Strafe in Höhe von mehreren Millionen Kronen aufgebrummt, berichtet die tschechische Nachrichtenagentur CTK.
Details über das etwa vor einem halben Jahr aufgenommenen Verfahren, in dem vor kurzem die Urteile ergangen sind, wurden vom Sprecher der UOHS nicht genannt. Nach Angaben aus informierten Kreisen sollen die Strafen insgesamt rund 30 Mio. Kronen (rund 1 Mill. Euro) betragen, in tschechische Medien war sogar von 120 Mio. Kronen die Rede. Meinl hat gegen das Urteil berufen.
Billa und Meinl hatten im Februar 2001 angekündigt in erster Linie im Trockensortiment beim Einkauf zu kooperieren. Das Volumen der Zusammenarbeit belief sich auf rund 300 Mill. Euro bzw. 30 Prozent des Sortiments. Die Kooperation wurde nach Angaben von Meinl-Vorstand Werner Adametz nicht verlängert.
Das österreichische Traditionsunternehmen Meinl betreibt in Tschechien derzeit 97 Filialen und setzte dort im Vorjahr mit 2.300 Mitarbeitern 7,5 Mrd. Euro um. Bereits seit dem Vorjahr werden die Filialen in Tschechien mit Investitionen von rund 12 Mill. Euro auf Vordermann gebracht. Zwei Drittel des Filialnetzes ist bereits erledigt, der Abschluss des Projekts wurde jedoch vom Hochwasser in Tschechien verzögert. Laut Adametz waren 15 Standorte von den Überflutungen betroffen, 8 direkt, 1 davon ist nach wie vor geschlossen.
Von der Billa-Mutter Rewe, Nummer 2 im Lebensmittelhandel in Tschechien, gab es bis dato keinen Kommentar. Laut Medienberichten hält der deutsche Konzern einen Marktanteil von 9,9 Prozent und setzte 2001 rund 20 Mrd. Kronen um (667 Mill. Euro).
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