Damen-Slalom in Park City an Janica Kostelic
- ÖSV-Läuferinnen stark: 3. Egger, 5. Schild, 8. Hosp
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Die fast schon unheimliche Comeback-Serie in Österreichs Ski-Team ging gestern weiter. Nach den zweiten Plätzen von Alexandra Meissnitzer und Christian Mayer kehrte am Samstag in Park City auch die Kärntnerin Sabine Egger als Slalomdritte hinter Olympiasiegerin Janica Kostelic aus Kroatien und der Französin Christel Pascal auf das Weltcup-Podium zurück.
Christine Sponring und Carina Raich hatten im Vorjahr am 22. November in Copper Mountain ebenfalls im Auftakt-Slalom die Ränge zwei und drei belegt. Seither waren die Österreicherinnen im Torlauf nicht einmal mehr in die Nähe der Top Drei gekommen. Doch Egger beendete diese Durststrecke, und mit der Salzburgerin Marlies Schild als Fünfter sowie der Tirolerin Nicole Hosp als Achter landeten noch zwei weitere ÖSV-Läuferinnen in den Preisgeld-Rängen.
Ein geradezu sensationelles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die beiden Tirolerinnen Raich (einzige Gruppe-Eins-Läuferin aus Österreich) und Sponring, die nach einer tollen Fahrt, die für Platz acht bei Halbzeit gereicht hätte, ausgerechnet beim letzten Tor einfädelte, bereits im ersten Durchgang ausgeschieden waren. Die Sechste im Bunde, Petra Knor, verpasste als 44. den Sprung ins Finale der besten 30 klar.
Egger vergoss zahlreiche Tränen im Zielraum nach ihrem Sprung aufs Podest, aber nicht nur aus Freude, war sie doch gedanklich während des gesamten Rennens bei ihrer schwer erkrankten Mutter, die vor zwei Tagen operiert worden war. "Ich habe gewusst, dass es im Training total gut gegangen ist, und wollte deshalb beweisen, dass ich die Carver-Umstellung geschafft habe", erklärte die 25-Jährige, die sich mit Bestzeit im zweiten Durchgang noch um zwölf Plätze verbesserte. "Im ersten Lauf habe ich noch zu viel gedacht, aber trotz der schlechten Fahrt habe ich als 15. eine gute Ausgangsposition gehabt. Im zweiten war es dann sehr gut. Nach den zwei miserablen Jahren tut das besonders gut."
Neben Egger hatten auch Schild und Hosp allen Grund zur Freude. Die 21-jährige Saalfeldnerin Schild, die in Übersee wegen einer Grippe eine ganze Trainingswoche versäumt hatte, egalisierte ihr bestes Karriereergebnis. "Sensationell angesichts der Fehler, die ich gemacht habe", meinte die Salzburgerin. Beachtlich war ebenso die Leistung von Hosp, die sich mit Startnummer 39 auf der wegen des Warmwetters schon sehr in Mitleidenschaft gezogenen Piste als 21. erstmals für das Finale der besten 30 in einem Weltcup-Slalom qualifizierte, am Ende Achte wurde und damit erneut ihr Riesentalent bewies. "Ich habe im zweiten Lauf einen Riesenfehler im oberen Teil gehabt, bin dann aber umso besser gefahren. Es läuft derzeit super", betonte die stark verkühlte 19-Jährige.
ÖSV-Trainer Brunner war mit dem tollen Ergebnis beim Debüt natürlich zufrieden. "Speziell für die Sabine freut's mich, denn sie hat in den vergangenen Jahren so hart gearbeitet", sagte der neue Coach, um dann zu relativieren: "Ich habe zwar drei unter den Top 15 erwartet, doch das heutige Ergebnis schaut ein bisschen besser aus als es wirklich ist." ÖSV-Alpinchef Hans Pum sah sich bestätigt: "Ich habe immer gesagt, dass sie dabei sind, wenn sie ihre Trainingsleistungen im Rennen umsetzen. Das gibt ihnen jetzt Selbstvertrauen. Und ich habe auch gewusst, dass wir noch viel Freude mit diesem jungen Team haben werden."
Neben dem ÖSV-Trio strahlt auch Janica Kostelic, die auf dem Olympiahang in Park City nicht zu bezwingen ist. Die 20-jährige Kroatin triumphierte neun Monate nach ihrer Goldfahrt in Utah erneut mit Riesenvorsprung, 0,7 Sekunden betrug die Differenz zur zweitplatzierten Pascal, die die Hälfte ihres Doppelnamens Pascal-Saioni nach der Scheidung im Sommer abgelegt hat. Kostelic machte das Dutzend an Slalom-Siegen voll, in Summe war es bereits ihr 14. Erfolg im Weltcup. "Das ist eben mein Hang", meinte die Kroatin mit einem breiten Grinsen. Mit Zali Steggall fehlte die Park-City-Siegerin von 1997 beim Torlauf-Auftakt 2002/03. Die Australierin hat ihre Karriere im Sommer beendet.
| Endstand des Weltcup-Slaloms der Damen in Park City: | ||||||
| 1. | Janica Kostelic | CRO | 1:39,61 Min. | 49,67 | 49,94 | |
| 2. | Christel Pascal-Saioni | FRA | 1:40,31 | +0,70 | 50,14 | 50,17 |
| 3. | Sabine Egger | AUT | 1:40,75 | +1,14 | 51,67 | 49,08 |
| 4. | Laure Pequegnot | FRA | 1:40,79 | +1,18 | 50,85 | 49,94 |
| 5. | Marlies Schild | AUT | 1:41,01 | +1,40 | 51,49 | 49,52 |
| 6. | Sarah Schleper | USA | 1:41,21 | +1,60 | 50,77 | 50,44 |
| 7. | Sonja Nef | SUI | 1:41,33 | +1,72 | 50,30 | 51,03 |
| 8. | Nicole Hosp | AUT | 1:41,50 | +1,89 | 52,20 | 49,30 |
| 9. | Nicole Gius | ITA | 1:41,55 | +1,94 | 51,90 | 49,65 |
| 10. | Nika Fleiss | CRO | 1:41,57 | +1,96 | 52,42 | 49,15 |
| 11. | Martina Ertl | GER | 1:41,60 | +1,99 | 51,36 | 50,24 |
| 12. | Susanne Ekman | SWE | 1:41,64 | +2,03 | 52,19 | 49,45 |
| 13. | Monika Bergmann | GER | 1:41,73 | +2,12 | 51,33 | 50,40 |
| 14. | Anja Pärson | SWE | 1:41,74 | +2,13 | 50,92 | 50,82 |
| 15. | Annemarie Gerg | GER | 1:41,75 | +2,14 | 51,65 | 50,10 |
| 16. | Anna Ottosson | SWE | 1:41,80 | +2,19 | 51,87 | 49,93 |
| 17. | Trine Bakke-Rognmo | NOR | 1:41,95 | +2,34 | 51,83 | 50,12 |
| 18. | Kristina Koznick | USA | 1:42,03 | +2,42 | 51,49 | 50,54 |
| 19. | Tanja Poutiainen | FIN | 1:42,12 | +2,51 | 51,55 | 50,57 |
| 20. | Claudia Riegler | NZL | 1:42,18 | +2,57 | 52,78 | 49,40 |
| 21. | Marlies Oester | SUI | 1:42,27 | +2,66 | 51,59 | 50,68 |
| 22. | Emma Carrick-Anderson | GBR | 1:42,34 | +2,73 | 52,78 | 49,56 |
| 23. | Henna Raita | FIN | 1:42,42 | +2,81 | 52,81 | 49,61 |
| 24. | Maria-Jose Rienda-Contreras | ESP | 1:42,43 | +2,82 | 52,39 | 50,04 |
| 25. | Julia Mancuso | USA | 1:42,57 | +2,96 | 52,75 | 49,82 |
| 26. | Lea Dabic | SLO | 1:42,63 | +3,02 | 52,76 | 49,87 |
| 27. | Corina Grünenfelder | SUI | 1:43,12 | +3,51 | 52,66 | 50,46 |
| 28. | Daniela Merighetti | ITA | 1:43,17 | +3,56 | 52,66 | 50,51 |
| 29. | Natasa Bokal | SLO | 1:43,26 | +3,65 | 52,10 | 51,16 |
Ausgeschieden:
Im zweiten Durchgang: Spela Pretnar (SLO)
Im ersten Durchgang u.a.: Carina Raich, Christine Sponring (beide AUT)
U.a. nicht für das Finale der besten 30 qualifiziert:
Petra Knor (AUT/44.)
