Raich bekommt am 10.12. Baxters Olympia-Bronze
- Kein böses Blut zwischen den beiden in Park City
Benjamin Raich wird am 10. Dezember in Wien vom ÖOC jene olympische Bronzemedaille überreicht bekommen, die Alain Baxter (Bild) wegen Dopings zurückgeben musste. Böses Blut gibt es zwischen den beiden Rennläufern deshalb aber nicht. "Er hat gesagt, dass es nicht mein Fehler sei und ich sie einfach nehmen soll, weil sie mir zusteht", erzählte Raich in Park City von der Begegnung mit dem Schotten.
Baxter war in Park City nach erfolgreichem Einspruch erstmals in der WM-Saison wieder mit dabei. Die FIS hatte dem Schotten, der bei Olympia unwissentlich einen mit Metamphetamin versetzten Nasenspray benutzt hatte, nicht nur die erste britische Alpin-Medaille weg genommen, sondern Baxter ursprünglich auch für drei Monate bis 16. Dezember gesperrt.
In einer einzigartigen und 100.000 Pfund teuren Kampagne, großteils von privaten und manchmal auch anonymen Gönnern gesponsert, wurde Einspruch beim Sportgerichtshof CAS eingelegt. Und zwei Dinge erreicht. "Es wurde klargestellt, dass Alain nicht absichtlich gedopt hat. Keiner nennt ihn mehr einen Betrüger", erzählte sein Manager John Clark. Und zweitens wurde jedes FIS-Rennen seit der Sperre berücksichtigt, damit kann Alain seit September wieder fahren. "Dass Alain in Loveland bereits wieder fahren und sich auf die Weltcuprennen vorbereiten konnte", so Clark, "war wichtiger als die Medaille zurück zu bekommen."
Damit ist die Welt des Alain Baxter wieder in Ordnung. Der 29-jährige "Highlander", der sechs Monate im Jahr in Lofer bei Salzburg lebt, vertraut auch weiter auf die Betreuung des Österreichers Christian Schweiger. Der Pinzgauer hat im Sommer sogar ein ÖSV-Angebot abgelehnt und bleibt Baxter treu. "Sicher, unser Verband ist im Vergleich zum ÖSV wie ein kleiner Fußballklub zu Manchester United", so Clark. "Aber der Skisport ist in Großbritannien unheimlich beliebt und Christian will beenden, was er mit Alain begonnen hat."
Welchen Stellenwert der Skisport in Großbritannien hat, beweist, dass in Park City mit BBC und Channel Four zwei TV-Stationen das Comeback von Baxter am Olympia-Schauplatz verfolgen. Im Riesentorlauf am Freitag schaffte er die Qualifikation zwar nicht, seine Stärken liegen aber bekanntlich im Slalom.

