Donnerstag, 21. November 2002

Ski-Weltcup droht erste Absage

  • Piste in Lake Louise noch nicht fertig
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Dem alpinen Ski-Weltcup droht die erste Absage der Saison. In Lake Louise, wo in den kommenden zwei Wochen die ersten Speed-Rennen für Herren und Damen auf dem Programm stehen, ist nicht einmal eine Woche vor dem ersten geplanten Herren-Training die Piste wegen Schneemangels nicht fertig. Eine endgültige Entscheidung soll Samstag-Mittag (Ortszeit) fallen. Geht in Kanada tatsächlich nichts, wird überlegt, zumindest die Abfahrt eine Woche später an das Programm in Beaver Creek anzuhängen.

Das Problem in Lake Louise ist, dass prinzipiell zu wenig Schnee liegt, man aber für die Produktion von Maschinenschnee zu wenig Wasser hat, weil Lake Louise in einem Naturschutzgebiet liegt. Die bereits vorhandenen Schnee-Depots müssten mit Maschinen eingebracht werden, was wegen der geringen Schneeauflage aber vermutlich viele Steine an die Oberfläche bringen würde. Österreichs in der Heimat trainierende Abfahrer werden am Freitag trotzdem wie geplant nach Calgary fliegen und im Falle einer Absage dann eben zu einem Ersatzort in Kanada weiterreisen.

FIS hält sich nicht an Reglement
"Es bleibt uns nichts anderes übrig, als am Freitag wegzufliegen. Ich kann nicht riskieren, später zu fliegen, denn falls doch in Lake Louise gefahren wird, dann würden wir ein Training versäumen", erklärte ÖSV-Trainer Robert Trenkwalder, der den Internationalen Skiverband (FIS) wegen Nichteinhaltung des Reglements kritisierte. "Laut Wettkampfordnung muss ein Rennen zehn Tage vor der Austragung bestätigt oder abgesagt werden, doch die FIS hat die Entscheidung auf Samstag vertagt und hält sich damit nicht an ihr eigenes Reglement - ein Wahnsinn!"

Bei Absage Training
Wenn die Weltcuprennen in Lake Louise abgesagt werden, dann wird Trenkwalder mit seiner Gruppe um Abfahrts-Olympiasieger Fritz Strobl und Weltmeister Hannes Trinkl in der kommenden Woche "in Kanada trainieren." "Ich habe deswegen schon die ganze vergangene Nacht telefoniert", erzählte der Tiroler, dass er sich schon wegen des Ersatzprogramms viele Gedanken gemacht hatte.

Beaver Creek könnte einspringen
Beaver Creek in Colorado könnte bei einer Lake-Louise-Absage frühestens in der übernächsten Woche einspringen, weil für Rennen in der kommenden Woche zu wenig Zeit bleibt. Vorstellbar ist, am 6./7. Dezember eine Doppelabfahrt zu absolvieren und am 8.12. wie geplant den Super G. Den Super G von Lake Louise würde man dann in Europa nachholen müssen.

21.11.2002 17:55