Sonntag, 24. November 2002

Lischka holte sich 6. VÖS-Ticket für Kurzbahn-EM

  • Linzerin überlegt noch, ob sie nach Riesa fährt
  • Zahrl mit VÖS-Rekord über 400 m Kraul

Beim 29. Schwimm-Turnier der Nationen in der Wiener Stadthalle schaffte am Sonntagvormittag Vera Lischka (Bild) als fünfte Österreicherin nach Mirna Jukic, Fabienne Nadarajah, Petra Zahrl und Judith Draxler das Limit für die Kurzbahn-Europameisterschaften in Riesa (12. bis 15. Dezember). Lischka war mit 31,87 Sekunden über 50 Meter Brust die Vorlaufschnellste und ließ dabei auch die ehemalige Weltrekordlerin Zoe Baker (GBR) hinter sich.

Sechs österreichische Schwimmer haben sich am Wochenende für die Kurzbahn-Europameisterschaften vom 12. bis 15. Dezember in Riesa qualifiziert. Beim 29. Turnier der Nationen in Wien unterbot nach Mirna Jukic, Fabienne Nadarajah, Petra Zahrl und Judith Draxler am Sonntag auch Vera Lischka zumindest ein Limit, neben diesen fünf Damen sprang Maxim Podoprigora mit seiner 200-m-Brust-Siegerzeit beim Weltcup in Schanghai auf dem EM-Zug auf. Lischka überlegt allerdings noch, ob sie in Riesa antreten wird.

Limit schon im Vorlauf
Die Oberösterreicherin war beim traditionellen Meeting im Wiener Stadthallenbad nur die 50 m Brust geschwommen und hatte die EM-Norm mit 31,87 Sek. schon im Vorlauf um 52/100 unterboten. Als Finalzweite hinter der Britin Zoe Baker (30,94) steigerte sich Lischka noch auf 31,61, doch diese hinter Baker und Zahrl (400 m Kraul) drittbeste weibliche Leistung des Events überzeugte sie nicht restlos. "Ich komm' damit vielleicht ins EM-Finale, aber im letzten Jahr hatte ich Bronze. Ich muss checken, ob ich noch ein paar Zehntel holen kann."

Starkes Team für EM
Thomas Gangel, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Schwimm-Vereine (VÖS), wollte ursprünglich am Dienstag das VÖS-EM-Team nennen. Lischka gab er nun bis Donnerstag Bedenkzeit. Unabhängig davon ist Gangel überzeugt: "Wir fahren mit einem sehr starken Team zur EM." Diesen Eindruck bestätigte am Schlusstag auch Zahrl. Die Wienerin verbesserte über 400 m Kraul ihre VÖS-Bestmarke um 4,2 Sek. auf 4:09,36 Min., eine knappe halbe Stunde später sorgte sie über 200 m Delfin für noch einen Meeting-Rekord.

Zahrl macht guten Eindruck
Die 21-Jährige schaffte im Laufe der drei Wettkampftage auch über 100 m Delfin und 800 m Kraul das EM-Limit und hinterließ einen besonders starken Gesamt-Eindruck. Zahrl sollte sich laut Trainer Kurt Dittrich bis zur EM weiter steigern und in Riesa beide Delfin- und Kraul-Distanzen schwimmen. Jukic und Podoprigora werden in Deutschland jeweils über 50, 100 und 200 m Brust starten, Lischka bei einem positiven Start-Entscheid über 50 m Brust, Nadarajah über 50 m Rücken und Delfin sowie Draxler über 50 m Delfin und Kraul.

Bruder zufrieden
Die Steirerin wurde am Sonntag über 50 m Kraul hinter der Schwedin Therese Alshammer Zweite, in 25,33 Sek. unterbot sie die EM-Norm wie schon im Delfin-Sprint klar. Trainer bzw. Bruder Alfons Draxler war damit zufrieden, obwohl seine Schwester exakt 0,5 Sek. über ihrem VÖS-Rekord blieb. "Judith hat zwei Wochen intensiven Krafttrainings hinter sich, am Freitag konnte sie kaum die Arme heben. Ich hab' daher vor dem Lauf mit einer Zeit von 25,4 gerechnet. Der Aufbau zur EM passt", meinte er.

Nachwuchs erfreulich
Erfreulich stark präsentierte sich der nationale Nachwuchs. So kam die 13-jährige Marilies Demal in drei Sprint-Finali und verpasste das Riesa-Limit über die Rücken-Lage nur um 1/100. Die Gymnasiastin wäre aber noch zu jung für einen EM-Start, ebenso wie die sehr talentierten Sebastian Stoss und Anna Reiser. Nina Dittrich, Tochter von Zahrl-Coach Kurt, zeigte mit fünf Schülerinnen-Rekorden kräftig auf. Die international wertvollste Leistung des Meetings erreichte der Kroate Gordan Kozulj mit 1:55,34 Min. über 200 m Rücken.

24.11.2002 14:25