Dienstag, 19. November 2002

Hoffmann legte vor WM-Saison erneut zu

  • Kritik an Rennprogramm im Weltcup

Christian Hoffmann ist der Medaillensammler unter Österreichs Skilangläufern. In der kommenden WM-Saison will der Oberösterreicher beim Höhepunkt im Val di Fiemme seine bisherigen Top-Platzierungen - Olympia-Dritter 1998 über 50 km, Olympia-Zweiter 2002 über 30 km - im 50-km-Rennen möglichst noch übertreffen und nach Staffel-Gold 1999 auch eine Einzel-WM-Medaille erobern. Doch im Weltcup bekommt Hoffmann keine Chance, lang zu laufen - keines der Rennen in der von ihm bevorzugten Skating-Technik geht über mehr als 15 km. Stattdessen sind alle drei Bewerbe mit Massenstart im klassischen Stil angesetzt.

"Das ist ein Wahnsinn, dass es kein einziges langes Skatingrennen im Weltcup gibt", ärgerte sich Hoffmann, der sich bei der WM schadlos halten will. Den Grund für diese ungerechte Verteilung ortet Hoffmann so wie ÖSV-Sportdirektor Walter Mayer bei den Norwegern, die im Langlauf an den Schalthebeln sitzen und die "klassische" Stärke ihrer Läufer schamlos ausnützen.

Start am Samstag in Kiruna
Doch Hoffmann hat auch über 15 Kilometer schon seinen Mann gestellt und will es im WM-Winter neuerlich beweisen. Zwar noch nicht am Samstag in Kiruna, wo der Weltcup vier Wochen nach dem Sprint-Aufgalopp in Düsseldorf so richtig beginnt. Doch in Davos (7.12.), Kawgolowo (4.1.) und Nove Mesto (18.1.) möchte der Wahl-Radstädter den einen oder anderen Podestplatz erreichen. Die 10 km Skating in Kiruna bestreitet Hoffmann wie seine ÖSV-Kollegen aus dem harten Training heraus. "Ich war nach dem letzten Kurs in Vuokatti etwas müde, die Form ist noch nicht da, die soll mit den Rennen kommen", sagte der 27-Jährige von der SU Böhmerwald.

Trainingsprogramm umgestellt
Im Februar will er sich dann so stark wie nie zuvor präsentieren. Mit dem neuen Cheftrainer Emil Hoch wurde das Trainingsprogramm etwas umgestellt, Umfang und Intensität wurden nach der Olympia-Saison nochmals erhöht. "Anfangs war ich skeptisch, ob ich das überhaupt verkrafte, aber es hat funktioniert. Ich glaube nicht, dass es Viele gibt, die mehr machen", meinte Hoffmann, der auch an der Verbesserung im klassischen Stil gearbeitet hat.

Treffen mit Myllylä
Beim wochenlangen Training in Vuokatti (Finnland) hat Hoffmann auch den Finnen Mika Myllylä getroffen, der bei der WM in Lahti 2001 des Dopings überführt worden war und nun hart an seinem Comeback arbeitet. Der ÖSV-Läufer hält nichts vom Vorschlag norwegischer Trainer, dass deren Läufer dem Dopingsünder die kalte Schulter zeigen sollten. Natürlich habe man nach Lahti die gedopten Finnen schief angeschaut, sagt Hoffmann. "Aber das ist abgehakt, er ist bestraft worden und ich rede jetzt mit Myllylä genauso wie mit anderen."

19.11.2002 11:23