Gaddafi-Sohn will Austria-Gegner Lazio retten
- Der 28-Jährige will Mehrheitspaket erwerben
Al Saadi Gaddafi, Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar el Gaddafi, baut seine Geschäfte im italienischen Fußball aus. Nach dem Einstieg bei Italiens Rekordmeister Juventus Turin über die von seiner Familie kontrollierte Investmentgesellschaft "Lafico" (Libyan Arab Foreign Investment Company) hat der 28-Jährige nun auch Interesse am Erwerb eines Mehrheitspakets am finanziell angeschlagen Erstligisten Lazio Rom, der in der dritten UEFA-Cup-Runde auf Sturm Graz trifft.
Nach Angaben der römischen Tageszeitung "Corriere dello Sport" ist Gaddafi Jr, Chef des libyschen Fußballverband Al Ittihad, ein guter Freund des Lazio-Bosses Sergio Cragnotti. Dieser muss sich wegen der finanziellen Probleme seines Lebensmittelunternehmens Cirio von Lazio trennen. In einer Presseaussendung erklärte Gaddafi, dass Lafico die Möglichkeit eines direkten Einstiegs bei Lazio erwäge, nachdem vor zwei Wochen bereits die Übernahme einer Beteiligung an der Lazio-Tochter "Blue Eleven" beschlossen worden ist. "Blue Eleven" ist für das Marketing des Klubs zuständig. Für diese Operation wird Gaddafi drei Millionen Euro zahlen.
Mit dem Verkauf von Lazio an Gaddafi junior könnte Cragnotti das Schreckgespenst des Bankrotts abwenden. Cirio hatte vor zehn Tagen den Ausfall einer Anleihe über 150 Mill. Euro bekannt gegeben. Es handelt sich um das erste Mal, dass ein italienisches Unternehmen eine Anleihe nicht tilgen könne. Medienberichten zufolge hat Cirio in den vergangenen Jahren mehrere Anleihen im Gesamtwert von mehr als einer Mrd. Euro ausgegeben, die in den kommenden vier Jahren fällig werden.
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