Fähnchen-Jubel für Bush in Vilnius und Bukarest
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US-Präsident George W. Bush ist bei seinen Kurzbesuchen in den künftigen NATO-Mitgliedstaaten Litauen und Rumänien am Samstag mit Jubel empfangen worden. Bush hieß die beiden Staaten, die auf dem jüngsten Prager Gipfel zusammen mit fünf anderen osteuropäischen Ländern zur NATO-Mitgliedschaft eingeladen worden waren, offiziell im Nordatlantischen Bündnis willkommen. Der litauische Präsident Valdas Adamkus und sein rumänischer Amtskollege Ion Iliescu würdigten Bushs Unterstützung für die Aufnahme ins Bündnis und zeichneten den Gast jeweils mit hohen Orden aus.
Höhepunkte beider Besuche waren jeweils öffentliche Ansprachen auf Plätzen im Zentrum der Hauptstädte, wo sich trotz Kälte und Regen zehntausende Menschen versammelt hatten und Fähnchen schwenkten. "Die NATO braucht Sie", sagte der US-Präsident auf dem Rathausplatz in Vilnius unter tosendem Applaus. Estland, Lettland und Litauen, die alle drei zu den künftigen NATO-Neulingen gehören, könnten sich darauf verlassen, dass sie "im Angesicht von Aggressionen niemals mehr allein" dastünden. Bush wies auch auf die neuen Bedrohungen für die Welt durch den globalen Terrorismus hin. Dieser Herausforderung müssten sich die freien Länder stellen "wie früher dem Kampf gegen Nazis und Kommunisten". Bush fügte hinzu: "Wie die Nazis werden auch die Terroristen besiegt werden."
"Die NATO stützt sich nicht nur auf die Kraft ihrer Armeen, sondern auch auf die Einstellung ihrer Männer und Frauen", rief Bush den Litauern zu. "Wir müssen bereit sein, ins Antlitz des Bösen zu sehen." Dabei habe das Bündnis sich auf gegenseitigen Beistand verpflichtet. "Wer künftig Litauen angreifen würde, hätte auch die USA zum Feind", sagte Bush.
Mehr oder weniger gleich lautend äußerte sich der Präsident später auch auf dem Revolutionsplatz in Bukarest - jenem Ort, von dem 1989 der damalige kommunistische Diktator Nicolae Ceausescu mit dem Hubschrauber geflohen war. Der US-Präsident rief zum entschlossenen gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf und versicherte, dass niemand mehr in der Lage sein werde, Rumänien die Freiheit zu nehmen. "Wenn jemand Rumänien bedroht, werden wir, die USA und die NATO, an Ihrer Seite sein (...) Wir werden zusammenstehen, um die Märkte zu öffnen, eine neue Beziehung zu Russland aufzubauen, den globalen Terrorismus zu bekämpfen und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu stoppen", prophezeite der US-Präsident.
Bush war am Morgen zunächst in Vilnius eingetroffen und hatte sich hier auch mit seinen baltischen Amtskollegen Vaira Vike-Freiberga (Lettland) und Arnold Rüütel (Estland) getroffen. Alle drei baltischen Spitzenpolitiker betonten ihren Willen, nach besten Kräften im Kampf gegen den Terrorismus zu helfen. Man unterstütze die amerikanische Politik. Bush seinerseits würdigte die demokratischen Errungenschaften der Balten-Staaten, die sich 1991 von der damaligen Sowjetunion losgelöst hatten.
Hohe Auszeichnungen für Bush
Adamkus verlieh Bush den litauischen Orden "Vytautas der Große", eine der höchsten Auszeichnungen des Landes. In Bukarest wurde Bush mit dem "Stern von Rumänien" geehrt. Adamkus sagte: "Vilnius ist heute die Stadt der Freude und der Feste." Iliescu sprach von einem "glücklichen Augenblick" für das Land. Zur künftigen NATO- Mitgliedschaft sagte er: "Ein Traum wird wahr." Beide Politiker sagten größte Anstrengungen zu, um möglichst rasch "westliche Standards" zu erreichen. Der rumänische Präsident kündigte zugleich einen "Frontalangriff gegen die Korruption" in seinem Land an.
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