Donnerstag, 21. November 2002

Explosion in Munitionsdepot in Ecuador

  • Erste Bilanz: mindestens fünf Tote
  • Unter Einwohnern brach Panik aus

Bei der Explosion eines Munitionsdepots in Ecuador sind am Mittwoch mindestens fünf Menschen getötet und mehrere hundert verletzt worden. Bei den Todesopfern handelte es sich um drei Zivilpersonen und zwei Soldaten.

Die Schwerverletzten wurden mit Hubschraubern in Krankenhäusern gebracht. Die Rettungsbemühungen wurden durch einen Stromausfall auf dem Gelände behindert. Auf dem Stützpunkt Galapagos sind laut Berichten des Radiosenders CRE rund 1.500 Soldaten stationiert.

Nach Angaben des Militärs war bei der Inventur des Depots in der Andenstadt Riobamba, rund 180 Kilometer südlich von Quito, versehentlich eine Granate detoniert. Dadurch wurde eine Kette von weiteren Explosionen und Bränden ausgelöst, die auch vier Stunden andauerte und die Arbeit der Rettungskräfte störte. Unter den 8.000 Einwohnern der Stadt brach Panik aus.

Das Militär berge die Opfer aus der Kaserne und den umliegenden Wohngebieten, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Nach einer ersten Bilanz kamen drei Zivilisten und zwei Soldaten ums Leben. Der Zivilschutz und das Rote Kreuz schätzten die Zahl der Verletzten auf mindestens 300. Die meisten erlitten Schnittwunden durch berstenden Fensterscheiben. Genaue Informationen waren wegen der Unterbrechung der Telefon- und Stromleitungen nur schwer zu bekommen. Die Behörden schlossen vorerst alle Betriebe, Banken und Schulen in der Stadt. Die Bevölkerung wurde zu Blutspenden aufgerufen. Für die Krankenhäuser der Nachbarprovinzen wurde der Notstand erklärt.

Die Explosionen in dem Munitionsdepot, dem größten des Landes, waren im Umkreis von 40 Kilometern zu hören. Das Militär schickte Rettungstrupps auf dem Landweg nach Riobamba, weil auch die einzige Landpiste der Andenstadt beschädigt wurde.

21.11.2002 08:26