Rückzug der israelische Armee aus Bethlehem möglich
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Die israelische Besatzungsarmee könnte sich unter dem Eindruck heftiger internationaler und kirchlicher Proteste zum Weihnachtsfest aus dem Zentrum von Bethlehem zurückziehen, um Christen die Teilnahme an den Gottesdiensten in der Geburtskirche zu ermöglichen. Die endgültige Entscheidung darüber werde Verteidigungsminister Shaul Mofaz treffen, der sich derzeit in den USA aufhält, verlautete am Dienstag aus israelischen Regierungskreisen.
Auch nach einem möglichen Abzug aus dem Stadtzentrum wollen die Truppen nach Angaben des israelischen Rundfunks weiter in den Flüchtlingslagern und "strategisch gelegenen Gebieten" außerhalb des Zentrums von Bethlehem bleiben. Es bestünden weiterhin "schwerwiegende Warnungen vor Terroranschlägen", meldete der Sender unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Offizier.
Ausgangssperre aufgehoben
Die Armee hatte am Montagabend die Ausgangssperre aufgehoben. Auch Journalisten dürfen Bethlehem wieder besuchen, das seit der Wiederbesetzung vor fast einem Monat von den Israelis zu einem "geschlossenen Militärgebiet" erklärt worden war. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem hat der israelischen Regierung "nicht zu rechtfertigende und unannehmbare Maßnahmen" gegen die Religionsfreiheit im Heiligen Land vorgeworfen. In einer offiziellen Erklärung des Patriarchats, die am Dienstag veröffentlicht wurde, protestiert die höchste Autorität der römisch-katholischen Kirche im Heiligen Land unter anderem gegen Maßnahmen der israelischen Behörden, welche sich gegen den arabischen Klerus und Seminaristen jordanischer Staatsangehörigkeit richten. Auch diplomatische Interventionen der vatikanischen Vertretung hätten bisher keine Verbesserung bewirkt, heißt es in der Erklärung des Lateinischen Patriarchats.
Kritik von Franziskanern
Die Franziskaner in Bethlehem beklagten eine erhebliche Verschlechterung ihrer Situation und eine Einschränkung der freien Religionsausübung. Gläubige hätten wegen der Maßnahmen der israelischen Besatzungsarmee keinen Zugang mehr zu den Sonntagsgottesdiensten und Werktagsmessen, zudem würden die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest behindert, heißt es in einem am Dienstag von Kathpress verbreiteten Appell des Ordens. Darin kritisieren die an der Geburtskirche wirkenden Franziskaner außerdem die "brutalen Maßnahmen, die den Muslimen die Möglichkeit raubten, ihr dreitägiges Fest zum Ende des Ramadan zu begehen". Zu befürchten sei, dass sich die Lage in den nächsten Tagen verschlimmern werde, heißt es in der Erklärung. Die "Schwelle der Rücksichtslosigkeit" sei in "erschreckender Weise" gesunken.
Zwei Palästinenser festgenommen
Die israelische Armee nahm am Dienstag in Bethlehem zwei ranghohe Mitglieder der militanten "Al-Aksa-Brigaden" fest. Einer der festgenommenen Brüder, Rafat al Jawabra, gilt als Führer der örtlichen "Brigaden", die aus radikalen Fatah-Elementen zusammengesetzt sind. Beiden werden mehrere Anschläge auf israelische Ziele zur Last gelegt. Nach der Festnahme begann die Armee mit der Zerstörung zweier Häuser, in denen sich die Brüder versteckt hatten. Die Aktion wurde jedoch gestoppt, nachdem klar war, dass die Hausbesitzer nicht an Terroraktivitäten beteiligt waren.
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