Mittwoch, 20. November 2002

Erhöhte Bereitschaft für Österreichs Luftstreitkräfte

  • US-Jets überquerten am Montag Österreich nach Tschechien

Der NATO-Gipfel in Prag führt auch bei den österreichischen Luftstreitkräften zu einer erhöhten Bereitschaft. Statt - wie sonst üblich - nur tagsüber, werden bis Samstag auch in der Nacht zwei Draken in Alarmbereitschaft gehalten.

Zwei österreichische Offiziere und ein EDV-Techniker halten zudem Kontakt in der NATO-Einsatzzentrale im schwäbischen Meßstetten. Bereits am Montag flogen zehn amerikanische F 16-Kampfjets aus Italien kommend über Österreich nach Tschechien.

Die US-Jets kamen vom Stützpunkt Aviano in Norditalien und überquerten Österreich am Vormittag über die Route Brenner und Innsbruck, hieß es im Verteidigungsministerium. Der Überflug sei ordnungsgemäß angemeldet gewesen. Ziel war der mittelböhmische Stützpunkt Caslav. Eskortiert wurden die Flugzeuge während ihres vier Minuten dauernden Überflugs von österreichischen Draken. Hintergrund war das Ersuchen der tschechischen Regierung an die USA, während des Gipfels die Überwachung des Luftraums zu übernehmen, weil die tschechischen Luftwaffe mit ihren veralteten russischen MiG-21 keinen ausreichenden Schutz gegen eventuelle terroristische Attacken sicherstellen kann.

Die Anfrage seitens der NATO für eine verstärkte Überwachung des österreichischen Luftraums ist bereits im August eingegangen. Seitens des Bündnisses habe man in einem ersten Schreiben im August dabei zumindest indirekt angeregt, den österreichischen Luftraum gleich mit zu überwachen, so der designierte Chef des Kommandos Luftstreitkräfte, Erich Wolf, im Oktober: "Die wollten den österreichischen Luftraum für ihre Zwecke, für ihre Aufgaben nützen." Man habe sofort klar gestellt, dass dies nicht möglich sei.

Konkret werden nun in den Tagen rund um den Gipfel zwei Rotten mit Draken, also insgesamt vier Jets, auf den Stützpunkten Zeltweg und Linz-Hörsching in Alarmbereitschaft stehen. Dazu kommt eine Rotte Saab 105. In der Nacht wird auf zwei Draken reduziert. Erhöhte Bereitschaft gibt es auch für das militärische Luftraum-Überwachungssystem Goldhaube.

20.11.2002 09:33