Sonntag, 24. November 2002

Lange Schlangen: Wahlbeteiligung offenbar sehr hoch

  • Spannendste Wahl der 2. Republik: 5,912.490 Wähler
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Die Spannung steigt! Noch weniger als 30 Minuten, dann ist Österreichs Nationalratswahl 2002 entschieden. Die Beteiligung war überall am Nachmittag höher als vor drei Jahren. In Wien haben um 14.00 Uhr 53,17% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Beim letzten Urnengang '99 waren es um die selbe Zeit 49,74%. In den Bundesländern stehen die Menschen vor den Wahllokalen ebenfalls in langen Warteschlangen! 5,912.490 Menschen sind wahlberechtigt. Der Wahl-Sonntag LIVE auf NEWS Networld!

Der Wahl stellen sich bundesweit sechs Parteien: Neben den vier Parlamentsparteien SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grünen auch die KPÖ und das LIF. SPÖ und ÖVP können laut den Umfragen hoffen, gegenüber 1999 deutlich zuzulegen; beiden Parteien werden Chancen auf den ersten Platz eingeräumt. Die SPÖ war 1999 mit 33,2 Prozent und 65 Mandaten auf ihren historischen Tiefststand gefallen. Ebenso die ÖVP, die mit 26,9 Prozent und 52 Mandaten knapp hinter der FPÖ auf Platz 3 landete.

Für die FPÖ waren die 26,9 Prozent und 52 Mandate der vorigen Wahl ihr bisheriger Rekord. Sie muss nach ihrer schweren Parteikrise mit deutlichen Einbußen rechnen. Den Grünen sollte es laut den Umfragen hingegen gelingen, ihren 1999 erreichten Höchststand von 7,4 Prozent bzw. 14 Mandaten noch zu verbessern; sie haben sogar Chancen auf den dritten Platz vor der FPÖ. Den Einzug anderer Parteien in den Nationalrat halten die Meinungsforscher für unwahrscheinlich.

Wahlbeteiligung in Wien deutlich höher
In der Bundeshauptstadt Wien zeichnet sich eine stärkere Wahlbeteiligung als vor drei Jahren ab. Wie die Leiterin der Landeswahlbehörde, Stadträtin Renate Brauner, in einer Aussendung bekannt gab, schritten bis 14 Uhr 53,17 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne. Im Vergleich dazu belief sich die Wahlbeteiligung 1999 zur selben Zeit auf 49,74 Prozent. Die endgültige Wahlbeteiligung lag 1999 in Wien bei 73,7 Prozent.

Für Salzburg zeichnet sich hohe Wahlbeteiligung ab
Bei trockenem, mildem Herbstwetter zeichnet sich in Salzburg eine hohe Wahlbeteiligung ab. In der Mozartstadt traten bereits am Vormittag mehr Stimmberechtigte vor die Wahlurnen als bei der letzten Nationalratswahl im Jahre 1999. Das teilte ein Wahlkommissions-Beisitzender heute, Sonntagmittag, auf Anfrage der APA mit. In einigen Wahlsprengeln in Zell am See (Pinzgau) und Hallein (Tennengau) würden die Leute vor den Wahlkabinen Schlange stehen, berichteten Wahlhelfer.

In Kärnten gingen viele wählen
In Kärnten zeichnet sich bei der heutigen Nationalratswahl eine hohe Beteiligung ab. In der Landeshauptstadt Klagenfurt gab es kaum ein Wahllokal, wo sich bei der Stimmabgabe nicht eine Warteschlange gebildet hatte. "Wir kennen zwar noch keine Trends, aber es ist mit einer Beteiligung zu rechnen, die deutlich über jener früherer Wahlgänge liegt", hieß es seitens der Landeswahlbehörde. Eine hohe Wahlbeteiligung erwarteten auch die Vorarlberger Parteien.

Die Kärnten Spitzenkandidaten hatten recht früh ihre Stimme abgegeben. Der geschäftsführende FPÖ-Obmann Herbert Haupt war in Spittal/Drau bereits kurz nach 7.00 Uhr erschienen. Landeshauptmann Jörg Haider (F) wählte in Klagenfurt kurz nach 9.00 Uhr, fast zwei Stunden früher als man es von ihm gewohnt war. Um 10.30 Uhr gab ÖVP-Spitzenkandidatin Elisabeth Scheucher ihre Stimme ab, sie war in Begleitung ihres Mannes, des Klagenfurter Bürgermeisters Harald Scheucher, erschienen. Um 11.30 Uhr warf Bundesrätin Melitta Trunk, welche die Landesliste der SPÖ anführt, das ominöse blaue Kuvert in die Urne.

Steiermark: Lange Reihen vor den Wahlsprengeln
Auch in der Steiermark bot sich großteils ein ähnliches Bild wie in den anderen Bundesländern: In einzelnen Gemeinden, aber auch in der Landeshauptstadt Graz, standen die Wählerinnen und Wähler Schlange vor den Wahllokalen. Seitens der Landeswahlbehörde wurde zu Mittag bestätigt, dass die Wahlbeteiligung "hoch" sei.

Sowohl in Graz als auch in den Gemeinden des Umlandes bot sich ein ähnliches Bild: Die Wahlberechtigten warteten geduldig und oft ziemlich lange, bis sie mit ihrer Stimmabgabe an der Reihe waren. "Das Interesse ist recht groß", hieß es in der Landeswahlbehörde in der Grazer Burg. Wenn sich dieses Bild fortsetze, sei "anzunehmen", dass die Wahlbeteiligung insgesamt höher liegen werde als bei den letzten Nationalratswahlen.

24.11.2002 14:14