Freitag, 22. November 2002

Schüssel bestätigt Angebot an Riess-Passer

  • Ex-FPÖ-Chefin wollte jedoch nicht "überlaufen"
  • Riess-Passer "flüchtet" vor Wahl nach China (Kasten rechts)

Hat ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel in seiner Partei Personalprobleme? Zuerst holte er das Noch-FP-Mitglied Karl-Heinz Grasser in sein Team. Und nun gab er zu, auch Ex-FP-Chefin Susanne Riess-Passer zu einem Wechsel zur ÖVP angeregt zu haben. Diese winkte jedoch ab.

Schüssel in einem Interview mit der "Presse" wörtlich: "Das war nur eine Frage. Die ist mit Nein beantwortet worden", bedauerte der VP-Chef die Absage von Riess-Passer.

Weiters zeigte Schüssel in der "Presse" noch Hoffnung für Schwarz-Blau: Auch in der FPÖ seien nach wie vor Reformkräfte vorhanden. "Die Frage ist nur, ob sie stark genug sind, eine Linie bestimmen und halten zu können, wie das Susanne Riess-Passer, Grasser, Scheibner, Reichhold und Haupt ganz gut gelungen ist", so Schüssel.

Es gebe in der FPÖ Menschen, mit denen er sehr gut zusammengearbeitet habe. "Da gibt es aber andere wie Stadler, Windholz, die aus anderem Holz geschnitzt sind."

SP-Bures: Peinliche Absage für ÖVP
Mit einer gewissen Häme hat SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Freitag auf die Absage Riess-Passers an Schüssel reagiert. Schüssel habe sich von Riess-Passer "eine peinliche Abfuhr" geholt, meinte Bures in einer Aussendung. Schüssel sei sich wohl selbst im Klaren, "dass seine alte Mannschaft keine großen Sprünge mehr machen wird. Anders ist nicht zu erklären, dass er verzweifelt versucht, sich bei anderen Parteien einen Aufputz für sein verstaubtes Team zu organisieren", sagte Bures dazu.

22.11.2002 08:47