Donnerstag, 21. November 2002

Verwirrung um neuen "Geheimplan" zwischen SP & FP

  • FP-Sichrovsky: "Mich wundert gar nichts mehr"
  • SP-Bures: "Es gibt keinen wie immer gearteten Geheimpakt"

Gibt es einen "Geheimplan" zwischen SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und FPÖ-Parteimitglied Jörg Haider? Um diese Frage ranken sich derzeit wilde Gerüchte, die vor allem der blaue Europaparlamentarier Peter Sichrovsky genährt hat. SPÖ und die restliche FPÖ dementieren heftig. FP-Klubchef Schweitzer will die Urheber der Gerüchte gar in den LHs Pröll und Häupl enttarnt haben.

Sichrovsky hat auf am Donnerstag bestätigt, dass es innerhalb der FPÖ "Gerüchte über einen Geheimplan" zur Unterstützung einer SPÖ-Minderheitsregierung gebe. Sichrovsky: "Das hat ja schon meine Kollegin Daniela Raschhofer gegenüber Journalisten als Gerücht bestätigt, dass es eine Absprache zwischen Gusenbauer und Haider gäbe, wonach im Fall einer Konstellation, dass sich rot-grün nicht ausgeht, die Freiheitlichen eine Alleinregierung der SPÖ zumindest dulden würden". Wie er selbst eine solche Möglichkeit einschätze? - Sichrovsky: "Mich wundert gar nichts mehr".

SPÖ bestreitet Existenz des Plans
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hat die Aussagen Sichrovskys zurückgewiesen. Sichrovsky wolle sich "durch das Erzählen von absurden Geschichten interessant machen", so Bures. Der frühere Generalsekretär der FPÖ habe seinen Abschied aus der Innenpolitik offensichtlich nicht gut verkraftet. Die Behauptungen von Sichrovsky seien "völlig unhaltbar". Bures: "Es gibt keinen wie immer gearteten Geheimpakt zwischen Alfred Gusenbauer und Jörg Haider. Im Gegenteil: Alfred Gusenbauer hat jede Zusammenarbeit mit der nicht regierungsfähigen Haider-FPÖ ausgeschlossen, denn eine Koalition mit der FPÖ bringt Chaos und Instabilität".

Schweitzer ortet Erfindung des Plans bei Pröll
FPÖ-Klubobmann Karl Schweitzer setzte noch eins drauf und wies die Gerüchte zurück. Er erklärte am Donnerstag, der freiheitliche Europaabgeordnete Peter "Sichrovsky sollte bösen Gerüchten, die von Landeshauptmann Erwin Pröll und Bürgermeister Michael Häupl gestreut werden, nicht auf den Leim gehen".

21.11.2002 11:37