FORMAT: Wrabetz soll SPÖ-Finanzminister werden
- Gusenbauer schließt Koalition mit siegreicher ÖVP aus
- Detaillierte SP-Vorstellungen für rot-schwarze Koalition
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Gusenbauer allein bei SP-Wahlfinale
In den letzten Wochen vor der Wahl war der Grasser-Cup der ÖVP in aller Munde. Jetzt scheint auch die SPÖ ihren Mann für den Posten des Finanzministers gefunden zu haben. Wie das neue FORMAT berichtet, hat im Falle einer SP-Regierungsbeteiligung der jetzige ORF-Finanzchef Alexander Wrabetz beste Chancen, Finanzminister zu werden. Für Aufsehen sorgt SP-Chef Gusenbauer mit einer Ansage im FORMAT: Wenn die ÖVP bei der Wahl siegt, will er keine Koalitionsgespräche führen.
Die SP habe die besseren Leute für den Job des Finanzministers. "Mindestens fünf", sagt Alfred Gusenbauer.
Tatsächlich verfügen alle, die in den vergangenen Tagen als SP-Personalreserve fürs Finanzressort genannt wurden, über den nötigen Sachverstand. Alexander Wrabetz, der kaufmännische Direktor des ORF, ebenso wie Brigitte Ederer, die ehemalige Wiener Finanzstadträtin, oder Gerhard Draxler, der Ex-ÖBB-Chef und jetzige Boß des Feuerfestkonzerns RHI.
Ederer und Draxler sagen ab
Die letzteren beiden freilich wollen nicht Finanzminister werden. Ederer, seit eineinhalb Jahren im Vorstand von Siemens Österreich: "Es gefällt mir hier sehr gut." Und Draxler hat "2001 einen Fünfjahresvertrag mit der RHI unterschrieben", den er "auf jeden Fall" erfüllen werde.
Gusenbauer: "Rasche Koalitionsverhandlungen"
In einem Interview mit FORMAT spricht sich Alfred Gusenbauer für rasche Koalitionsverhandlungen nach den Wahlen aus. Es sei sein Ziel, so Gusenbauer, "dass die neue Regierung mit Beginn 2003 startet." Detaillierte Vorstellungen hat der SPÖ-Spitzenkandidat für die Neuauflage einer rot-schwarzen Koalition. Gusenbauer: "Ich habe schon vor Monaten gesagt, dass es bei einer neuen Zusammenarbeit zwischen SPÖ und ÖVP nicht zu einem Rückfall in alte Zeiten kommen darf. Wenn, dann muss das eine neue Art des Arbeitens sein. Da kann es fünf, sechs zentrale Projekte, die Ankurbelung der Konjunktur, Reformen im Sozialbereich und natürlich die Budgets geben. Gesellschaftspolitische Maßnahmen die keine Auswirkungen auf das Budget haben, wie die Beseitigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, können im Parlament frei debattiert werden."
Als zweitstärkster in die Opposition
Gusenbauer bekräftigt seinen Entschluß, als zweitstärkster in Opposition gehen zu wollen. Diese Entscheidung gelte nicht nur für ihn. Gusenbauer: "Natürlich für die ganze SPÖ, da weiß ich mich in sehr guter Unterstützung. Als Juniorpartner der ÖVP anzutreten, ist innerhalb meiner Partei außerhalb jeder Vorstellung." Koalitionsverhandlungen mit einer siegreichen ÖVP schließt Gusenbauer aus: "Bei der Machtversessenheit der ÖVP hat das keinen Sinn."
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