Mittwoch, 20. November 2002

Häupl teilt aus: "Grasser macht beschissene Politik"

  • Deftige Wortwahl bei SP-Wahlkampfauftritt vor Hausmeistern
  • "Haider und Schüssel schon wieder auf Bussi-Bussi-Kurs"

Einen Wahlkampfauftritt vor hunderten Hausmeistern aus ganz Österreich hat am Mittwochnachmittag SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer gemeinsam mit dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) absolviert. Heftige Kritik gab es dabei erwartungsgemäß an der Regierung: So betonte Häupl, man wähle am Sonntag keinen "Dressman", Finanzminister Karl-Heinz Grasser "ist sicher ein fescher Bursch", er habe aber eine "beschissene Politik gemacht". Man brauche in Zukunft eine Regierung, die auf den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft achte.

Kritisiert wurde auch in scharfen Worten die Abschaffung des Hausbesorgergesetzes. Man habe damit nur Arbeitsplätze vernichtet und dem Budget habe es zudem nichts gebracht, so Gusenbauer. Als Draufgabe gab es dann vom SPÖ-Chef auch noch ein Versprechen. Die SPÖ werde dafür sorgen, "dass es wieder den Berufsstand des Hausbesorgers gibt".

Schüssel und Haider auf "Bussi-Bussi-Kurs"
Dafür brauche es aber auch am Sonntag die entsprechenden Voraussetzungen. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel seien nämlich schon wieder auf "Bussi-Bussi-Kurs" unterwegs, so Gusenbauer, die SPÖ müsse daher schauen, dass es für sie keine Mehrheit im Parlament gebe.

Häupl forderte erneut eine Steuersenkung, um die Massenkaufkraft zu stärken und die Wirtschaft anzukurbeln. "Man muss etwas tun. Das erwarte ich mir von einer künftigen Regierung".

Gusenbauer: "Ärmel aufkrempeln"
Gusenbauer wiederholte einmal mehr, dass es am Sonntag um eine "Entscheidung" gehe. Entweder so weitermachen wie bisher mit Chaos und steigender Arbeitslosigkeit oder ein "Neuanfang". Auch die SPÖ könne keine Wunder bewirken. Eine Regierung könne aber die "Ärmel aufkrempeln" und schauen, dass "wir im Winter nicht 320.000 Arbeitslose haben." Kritik gab es für Schüssel auch in der Steuerfrage. Der ÖVP-Obmann habe gesagt, der Höchststeuersatz müsse gesenkt werden. Die SPÖ dagegen wolle eine Steuersenkung für die kleinen und mittleren Einkommen und nicht "für die Wohlhabenden".

Kritik Rauch-Kallats
Scharf kritisierte ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat die "erneute Entgleisung" des stellvertretenden SPÖ-Vorsitzenden, Wiens Bürgermeister Michael Häupl. Dabei bezog sie sich auf die Aussagen um die "beschissene Politik" Grassers. Die "vernünftigen Politiker in der SP-Führungsspitze" sollten dem "wild gewordenen Wiener Bürgermeister" eine "etwas bessere politische Kultur" empfehlen.

20.11.2002 16:08