Dienstag, 19. November 2002

"Illegaler" im Gusenbauer-Tross in Kärnten entdeckt

  • Tscheche besitzt keine Aufenthaltsbewilligung
  • SPÖ-Konsequenzen: Kündigung des Subunternehmers

Im Wahlkampftross von SPÖ-Spitzenkandidat Alfred Gusenbauer wurde ein "Illegaler" ausgeforscht. Der tschechische Staatsbürger ist zwar im Besitze einer Arbeitsgenehmigung, doch er besitzt nicht die gleichfalls erforderliche Aufenthaltsbewilligung. Die SPÖ hat inzwischen die Konsequenzen gezogen und die Zusammenarbeit mit dem Subunternehmen, wo der Mann tätig war, gekündigt. ÖVP und FPÖ reagierten mit scharfer Kritik.

Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet. Er muss mit einem Verwaltungsstrafverfahren rechnen. Ob er mittlerweile den Tross bereits verlassen hat, ist nicht bekannt.

SPÖ kündigt Konsequenzen an
Die SPÖ hat im Zusammenhang mit dem ausgeforschten illegalen Tschechen umgehend die Konsequenzen gezogen. Um klare Verhältnisse zu schaffen und deutlich zu machen, dass die SPÖ illegale Beschäftigung nicht als Kavaliersdelikt sieht, hat die SPÖ die Firma Fantasy Verwaltungstechnik GmbH angewiesen, die Zusammenarbeit mit deren Subunternehmen, GEG Werbung GmbH, sofort zu beenden.

Blaue und schwarze Kritik an Illegalem im SP-Wahlkampftross
ÖVP und FPÖ haben die illegale Beschäftigung des Tschechen im Wahlkampftross der SPÖ kritisiert. ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat meinte in einer Aussendung am Dienstag, SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer lasse seine Wahlkampfauftritte "von einem illegalen Schwarzarbeiter inszenieren, der offenbar weder kranken- noch unfall- und pensionsversichert ist". Damit gebe es nicht nur eine Schädigung der Sozialversicherung und einen Bruch der fremdenrechtlichen Bestimmungen, sondern Gusenbauer stoße auch tausende Arbeitslose vor den Kopf, die er in Inseraten fragen lasse, warum sie keine Stelle finden.

FPÖ-Klubobmann Karl Schweitzer wollte wissen, wie viele illegale Ausländer noch bei der "Gusi-Tour beschäftigt" seien. Die Verantwortung für die Beschäftigung von illegalen Ausländern bei Gusenbauers Wahltour liege bei der SPÖ und bei niemand anderem. Sich jetzt an der Firma abputzen zu wollen, sei "typisch für die SPÖ, die immer nach dem Motto handelt, die anderen sind schuld".

Schweitzer meinte, Gesetzesbruch sei offenbar kein Problem für die SPÖ Gusenbauers. Er verlangte vom SP-Chef die Offenlagung aller Beschäftigungsverhältnisse noch vor der kommenden Donnerstag stattfindenden Elefantenrunde.

Rauch-Kallat sprach von einem unglaublichen Vorfall. Dies sei wieder einmal der Beweis dafür, dass die SPÖ Wasser predige und Wein trinke. Was soll man von der Anti-Schwarzarbeits-Kampagne der SPÖ halten, die sich auch gegen "tausende einfache Häuslbauer richtet, wenn Gusenbauer seine eigenen Wahlkampfauftritte von einem illegalen Schwarzarbeiter inszenieren lässt".

19.11.2002 08:24