Schwindler versprach fünf Frauen die Ehe - Prozess
- Mann war schon verheiratet, ist nun aber geschieden
- Das strenge Urteil: Drei Jahre unbedingte Haft

Er säuselte von Liebe, von Hochzeit, schmuckem Häuschen, von Babys - und brach ihnen das Herz! Fünf jungen, gut aussehende Frauen, die er übers Internet kennen gelernt hatte, versprach Thomas R. die Ehe. Dass der 29-jährige Wiener bereits verheiratet war, störte zumindest ihn nicht. Er vergnügte sich - offensichtlich nach einem ausgeklügelten "Stundenplan" - mit seinen neuen Bekanntschaften. Die Opfer öffneten ihm neben ihren Herzen auch die Brieftaschen. Jetzt kam die strenge Strafe beim Prozess: drei Jahre unbedingte Haft!
Am Donnerstag wurde der Schwinderl im Wiener Straflandesgericht auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ein Schöffensenat verurteilte ihn wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu drei Jahren unbedingter Haft. "Das ist ganz mies, wenn man die Gefühle anderer Menschen ausnützt, und besonders die von Frauen", meinte Richter Thomas Schrammel. Verteidiger Rudolf Mayer und Staatsanwältin Julia Koffler-Pock waren mit der Strafe einverstanden, das Urteil ist somit rechtskräftig.
Thomas R. verstand es, beim Chatten die Herzen liebesbedürftiger Frauen anzurühren. In einem beliebten Chatroom ließ er als "Lover25" oder "Albertino73" online seine Vorzüge spielen. Kam es dann zu persönlichen Treffen, funkte es - jedenfalls aus weiblicher Sicht - mitunter so richtig.
Die augenscheinlich verliebte 26-jährige Marion - eine jünger wirkende, eher introvertierte Blondine - bekam von Thomas R. im September 2001 etwa zu hören, er wolle sie heiraten, eine Familie gründen und ein Haus bauen. Man besichtigte zu diesem Zweck sogar ein Grundstück in Stammersdorf. Marion löste ihren Bausparvertrag auf, weil ihr neuer Freund vorgab, das Geld besser anlegen zu können. "Jetzt ist es weg", sagte sie nun im Zeugenstand. Darüber hinaus hatte sie ihn mit ihrer Bankomat-Karte einkaufen gehen lassen. Gesamtschaden: Knapp 8.000 Euro.
In diesem wie in all den anderen Fällen hatte Thomas R. in Wahrheit nie ernste Absichten. Nach anfänglichem Leugnen legte er vor Gericht ein weitgehendes Geständnis ab: "Es ist der bessere Weg, wenn ich den Rest auch zugebe." Eines seiner Opfer wollte unbedingt, dass er zu ihr in die Schweiz zog. Als die Eidgenossin erfuhr, dass er schon "vergeben" war, telefonierte sie kurzerhand mit seiner Ehefrau und bat eindringlich, sie möge ihn "hergeben". Die Wienerin hat sich mittlerweile scheiden lassen.
Der Mann ging auch mit der Kreditkarte der Schweizerin auf Einkaufstour, als sie ihm einen Besuch abstattete. Dass er dabei mit dem Namen "Brigitte" unterschrieb, fiel offenbar niemandem auf. In einem anderen Fall führte Thomas R. eine vermeintliche Schwiegermutter hinters Licht: Er verkaufte der Mutter einer seiner Freundinnen um 2.035 Euro einen Gebrauchtwagen, den er sich als deklariertes Autowrack um 72,7 Euro besorgt hatte. "Als ich fahren wollte, gab das Auto keinen Ton von sich", beklagte sich jetzt die Geschädigte.
Richterliches Moralisieren
"Ich sage ja immer, das Internet ist nichts Gutes", zog der Richter eine Art Schlussbilanz. Sein Sohn werde ihm irgendwann noch dafür dankbar sein, dass er ihm die Standleitung kappte, nachdem dessen schulische Leistungen immer mehr zu wünschen übrig ließen.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
