Dienstag, 19. November 2002

Tiroler Gruppe nach Busunfall in die Heimat geflogen

  • Keine Lebensgefahr: Gesundheitszustand der Verletzten stabil
  • Hotline für Angehörige unter der Nummer 0810-810-1-810

Heimflug für die am Dienstag bei einem Busunfall in Marokko verletzten Österreicher: Vier Frauen und zwei Männer sind bereits in Krankenhäuser in Tirol überstellt worden. Ein Ambulanzjet hatte sie nach Innsbruck gebracht. Die Maschine landete um 14.00 Uhr in Innsbruck. Der Gesundheitszustand der Verletzten ist stabil. Das teilte der behandelnde Anästhesist an der Innsbrucker Universitätsklinik mit. Die zweite Maschine mit Österreichern an Bord ist indes kurz nach 16.00 Uhr gelandet.

"Keiner der Patienten befindet sich in akuter Lebensgefahr", betonte Wolfgang Völckel. Von den insgesamt drei Personen, die vorerst in die Innsbrucker Klinik gebracht wurden, seien zwei schwer verletzt. Die Betroffenen, zwei Frauen und ein Mann, erlitten nach Angaben des Arztes bei dem Busunglück Verletzungen am Kopf und im Brustkorbbereich. Zwei Personen würden auf der Intensivstation betreut. "Komplikationen können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen", sagte Völckel. Man müsse noch einige Tage abwarten. Die Verunglückten hätten die vergangene Nacht im Krankenhaus von Casablanca verbracht. Dort seien sie "ausgezeichnet" behandelt worden, zeigte sich der Mediziner über die guten Befunde zufrieden.

Ein weiterer Patient wurde am Nachmittag in der Innsbrucker Klinik erwartet. Die restlichen vier Unfallopfer wurden in die Krankenhäuser von Hall, Kufstein und Kitzbühel gebracht.

Bus einer Reisegruppe kam von Fahrbahn ab
Ein mit 33 Mitgliedern einer Tiroler Reisegruppe und drei weiteren Personen besetzter Bus war am Dienstag in den späten Nachmittagsstunden auf der Autobahn zwischen Rabat und Casablanca bei regnerischen Verhältnissen von der Fahrbahn abgekommen und bei einer Böschung zum Stehen gekommen. Das Fahrzeug habe sich nicht überschlagen, erklärte der österreichische Botschafter in Rabat, Michael Fitz, unter Berufung auf Betroffene, "sonst hätte es wahrscheinlich Tote gegeben."

War Hunger am Unfall schuld?
Auf den Straßen in Marokko geht es im derzeit begangenen Ramadan kurz vor dem Sonnenuntergang recht hektisch zu. Denn im Fastenmonat dürfen gläubige Moslems tagsüber keine Nahrung zu sich nehmen. Viele Fahrzeuglenker beeilen sich daher in der Dämmerung nach Hause, um den Hunger zu stillen. Der Busfahrer mit den Tirolern als Passagiere habe die Geschwindigkeit nicht verringert, obwohl ihn der Reiseleiter drei Mal darauf aufmerksam gemacht hatte, so Diet.

Verletzte in Uniklinik Innsbruck gebracht
Ein Ärzteteam war am Mittwoch mit einem Ambulanzjet, einer Falcon 50, aus Paris nach Marokko geflogen, um die Lage zu sondieren. Eine zweite Maschine wurde aus der Schweiz angefordert. Die Challenger transportierte die ersten sechs Patienten - vier liegend, zwei sitzend - nach Innsbruck. Der Flug dauerte drei Stunden und verlief ruhig. Die Schwerverletzten wurden in die Uniklinik gebracht.

19 unverletzt gebliebene Urlauber haben das Angebot der Versicherung angenommen, mit einer Passagiermaschine heimzureisen. Der Charter sollte um 22.30 Uhr in der Tiroler Landeshauptstadt landen, teilte Diet mit.

Hotlines für Angehörige
Für die Angehörigen ist bei der Europäischen Reiseversicherung eine Hotline (Telefonnummer 0810-810-1-810) eingerichtet worden. Informationen gibt es auch beim Tiroler Landesreisebüro (0512-583552-44).

19.11.2002 21:29