Dienstag, 19. November 2002

Verdächtiger rund um Tiroler Bluttat in Italien verhaftet

  • Lebensgefährte des Mordopfers in Trient festgenommen
  • Frau dürfte bereits verletzt aus Fahrzeug gestoßen worden sein

In Zusammenhang mit der Bluttat in Tirol vom vergangenen Sonntag ist am Donnerstagnachmittag ein Verdächtiger festgenommen worden. Es handelt sich nach Angaben der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Tirol um den Lebensgefährten der Toten. Die Tote war am Sonntag unterhalb der Brennerbundesstraße (B 182) im Gemeindegebiet von Schönberg (Bezirk Innsbruck Land) gefunden worden. Die Gendarmerie vermutet, dass sie dort bereits seit vergangenem Donnerstag oder Freitag gelegen ist. Die Frau dürfte noch lebend mit Verletzungen aus einem Fahrzeug gestoßen worden sein.

Der Mann wurde laut Chefermittler Albrecht Jirowetz nach einer Fahndung von den Carabinieri in der Nähe der oberitalienischen Stadt Trient verhaftet. Der Kosovo-Albaner sei den Behörden bereits wegen Schlepperei bekannt gewesen. Gegen den Freund des Mordopfers bestand ein internationaler Haftbefehl. Der Verdächtige wurde von den Tiroler Kriminalbeamten in Zusammenarbeit mit Ermittlern der Quästuren Bozen und Trient ausgeforscht.

"Die Verdachtsgründe gegen den Kosovo-Albaner haben für eine vorläufige Festnahme ausgereicht", sagte Jirowetz der APA. Derzeit werde der Mann in Trient einvernommen. "Wir erhoffen uns jetzt weitere Aufschlüsse über das Gewaltverbrechen", meinte der Chefinspektor.

Bei dem Mordopfer handelt es sich um eine 21 Jahre alte Frau aus dem Kosovo. Die Frau hatte zuletzt in Italien gelebt. Die Leiche konnte auf Grund ihrer Fingerabdrücke von der Quästur in Bozen identifiziert werden. Unklar war vorerst, ob es zwischen dieser Bluttat und zwei weiteren bisher ungeklärten Mordfällen in Bayern in den Jahren 1999 und 2001 einen Zusammenhang gibt.

19.11.2002 16:19