Winzerstar Bründlmayer über den Alltag in den Rieden
- Foodspezialist Herbert Hacker hinterfragt den Nutzen

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Für den Weingenießer ist die Frage von Interesse, auf welche Weise etwa Schädlinge bekämpft werden, ob mit Chemie oder eher umweltfreundlichen Methoden. „Auf diesem Gebiet“, meint etwa der österreichische Paradewinzer Willi Bründlmayer, „hat die Wissenschaft in letzter Zeit erstaunliche Methoden entwickeln können.“
SEXUALDUFTSTOFFE
Bründlmayer wendet solche Techniken schon länger an, etwa die Schädlingsbekämpfung mittels Raubmilben oder über Einsatz von Pheromonen, Sexualduftstoffen, die den im Weinbau besonders befürchteten Traubenwickler bekämpfen. In Klosterneuburg wurden sogar zwei pilzresistente Sorten
entwickelt, die bald auf den Markt kommen sollen.
Hinter dem Sortennamen Roesler verbirgt sich eine Kreuzung aus Zweigelt und einem Klon mit der schlichten Bezeichnung 1189. Die Sorte Ráthay wiederum ist eine Kreuzung aus Blaufränkisch und dem Klon 1189. „Für beide Sorten“, so Robert Steidl von der Klosterneuburger Weinbauschule, „gibt es 200.000 Vorbestellungen.“
Fragen an Star-Winzer Willi Bründlmayer
Herbert Hacker: Wie wichtig ist wissenschaftliche Forschung für denWeinbau und die Qualität des Weines?
Bründlmayer: Ungemein wichtig. Reine Erkenntnisse sind vom Theoretischen her interessant, aber es gibt auch eine Menge, was in der Praxis umgesetzt werden kann.
Herbert Hacker: Zum Beispiel?
Bründlmayer: Um Chemie bei der Schädlingsbekämpfung zu vermeiden, werden etwa Sexuallockstoffe eingesetzt. Dabei werden in den Weinbergen weibliche Pheromone des Traubenwicklers, des lästigsten Schädlings im Weinbau, ausgesetzt. Die armen Männchen werden dadurch so verwirrt, dass sie die echten Weibchen nicht mehr finden, sodass diese keine befruchteten Eier mehr ablegen können. Wir setzen aber auch den Bacillus Thuringiensis ein, der sorgt bei den Schädlingen für Appetitlosigkeit, und sie sterben daran.
