Die Castingshow - Stars und Sternschnuppen
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Die ORF-Castingshow ist mit guter Quote gestartet. NEWS war am Premierentag backstage vor Ort.
Manie - so belehrt uns das Lexikon - wird umgangssprachlich als "Wahnsinn" tituliert und tritt häufg im Wechsel mit einer Depression auf. Aus eben dieser hat "Starmania" - die bis 21. Februar 2003 laufende ORF-Show zur Ermittlung eines landesweiten Popstars - jenes jugendliche Zielpublikum geholt, das seit "Taxi Orange" die Rudimente der Reality-Welle bei deutschen Privatsendern suchen musste. Und der erfolgreiche Start veranlasst so manchen ORF-Capo zu Jubelchören: 850.000 Seher, mehr als 70 Prozent Marktanteil bei den unter Dreißigjährigen und 65.000 Votings. Zum Vergleich: Bei der Vorausscheidung zum Song Contest "Song 02" wollten nur 20.000 den Größten der angetretenen Großen küren.
"Starmania" hingegen, das Fest der ebenso schönen und klugen wie sangesfesten jungen Menschen, hält reichweitenmäßig schon bei der Kitzbüheler Abfahrt. Mancher Kandidat mag sich da kurz vor seinem Auftritt am vergangenen Montag wie Hermann Maier vor dem Start gefühlt haben - sechs der acht Kandidaten mussten wie eben dieser vorzeitig in die Zwangspause abtreten.
Formatgerechte Typen
Der NEWS-Lokalaugenschein am Premierentag zeigte, dass es hier um Talent und nichts als dieses geht. Durchgestylter Nachwuchs wimmelte durch die Gänge. Die dralle Blondine, das Bubi, der verträumte Musiker, der Teenager in Erwartung des Prinzen - hier war für jeden Geschmack etwas Passendes gefunden worden. Jury-Chef Markus Spiegel hingegen, dem die Welt schon Falco dankte, weiß um die Kriterien: "Charisma, Eigenständigkeit der Stimme und letztlich Unverwechselbarkeit. Wir haben ja nichts davon, wenn wir 160 Blondinen, pausbäckig und mit Teddybären in der Hand wie Britney Spears, vor uns stehen haben."
Wer nicht ins Format passte, bekam schon früh die Branchengepflogenheiten um die Ohren. Die Juroren, vermutlich für einen kollektiven Bulimieschub der Probanden verantwortlich: "Nimm bis zur nächsten Runde ab" - "Schrecklich, grauenhaft - das kann doch keiner anhören" - "Mach dir nichts draus, ich kann auch nicht singen".
"Kein Mitleid"
Da wandten sich erboste Muttertiere an eine Tiroler Lokalzeitung, um das Unmenschliche des Vorganges anzuprangern. Markus Spiegel: "Ich hatte kein Mitleid. Wenn man sich das täglich anhören muss, reißt einem schon mal die Geduld." Im Übrigen fühlte er sich "wie in einem Kuriositätenkabinett".
Autorin: Daniela Bardel
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