BMW: Trotz Wachstum keine neuen Europa-Werke
- Steigende Nachfrage durch höhere Kapazität ausgleichen
- Stärkste Absatzzuwächse für Asien geplant

Nach der Fertigstellung des Werks in Leipzig will BMW nach derzeitigem Stand keine weitere Fertigungsstätte am europäischen Kontinent mehr bauen. "In Europa ist Leipzig eindeutig das Ende der Fahnenstange", so Produktionsvorstand Norbert Reithofer. In dieser Region werde es in den nächsten Jahren zwar weitere Zuwächse für den weiß-blauen Autobauer geben, allerdings keine Wachstumssprünge. Daher will BMW die steigende Nachfrage in Europa künftig durch Kapazitätserweiterung der bestehenden Werke auffangen.
Neue Fertigungsstätten dürften am ehesten in Asien entstehen. BMW will bis 2008 den weltweiten Absatz um 40 Prozent auf 1,4 Millionen verkaufte Autos steigern.
Derzeit sind die BMW-Werke in Regensburg, Dingolfing und München komplett ausgelastet. Im neuen Leipziger Werk sollen ab 2005 die ersten Autos vom Band rollen. Nach einer Anlaufphase sollen dort laut Reithofer zunächst rund 150.000 Autos im Jahr gefertigt werden. In Regensburg und Dingolfing investierte BMW in die Erweiterung der Werke.
Mini-Handlungsbedarf
Handlungsbedarf besteht beim neuen Mini, der in Oxford gefertigt wird. "Da hat uns das Wachstum in der Tat überrascht", sagte Reithofer. Bereits im ersten Jahr hat BMW in mehreren Schritten vor allem durch Zusatzschichten die Fertigungskapazitäten auf nunmehr 150.000 Stück erweitert. Reithofer deutete an, dass BMW im nächsten Jahr den Ausstoß noch einmal leicht nach oben fahren könne. Wenn die Nachfrage aber weiter anziehe, müsse der Konzern Geld in die Hand nehmen. "Die Produktion des Mini wird aber komplett in Oxford bleiben."
In Spartanburg will BMW die Kapazität im kommenden Jahr von zuletzt 120.000 auf 150.000 Autos erhöhen. Dabei sollen etwa 100.000 X5 und 50.000 Roadster Z4 in dem US-Werk gebaut werden. Langfristig könne Spartanburg etwa so viel Autos herstellen wie die Werke in München oder Regensburg. "200.000 Einheiten sind eine strategische Größe", sagte Reithofer.
Hoffnungsmarkt Asien
Prozentual die größten Absatzzuwächse will BMW in den kommenden Jahren in Asien erreichen. So soll in der zweiten Hälfte 2003 die Produktion in China aufgenommen werden. BMW investiere in das Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Partner Brilliance einen dreistelligen Millionenbetrag, sagte Reithofer. Auf seinem Wachstumskurs will BMW in Asien aus politischen und strategischen Gründen auf ein Netzwerk kleinerer Fertigungsstandorte setzen. "Hier muss man vorsichtiger vorgehen als in Europa oder den USA", sagte Reithofer. Es werde auf absehbare Zeit daher kein 100.000-Einheiten-Werk in Thailand geben".
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