Freitag, 15. November 2002

BA-CA erhöht Zahlscheingebühr

  • Bareinzahlung am Bankschalter teuer
  • AK kritisiert höhere Zahlscheingebühren

Am Freitag hob die Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA) ihre Gebühren für Bareinzahlungen am Schalter empfindlich an. Für Überweisungen auf ein Konto bei einer anderen Bank werden ab nun 3,50 Euro statt bisher 2,91 Euro verlangt, die Einzahlung auf ein BA-CA-Konto kostet ab sofort 1,20 Euro statt bisher 0,73 Euro. Von Seiten der Politik und der Konsumentenschützer hagelte es scharfe Kritik.

In einer Pressemitteilung hat die BA-CA bestätigt, die Gebühren für Bargeldeinzahlungen mit Zahlschein auf ein fremdes BA-CA-Konto von 0,73 auf 1,20 Euro bzw. zu Gunsten eines fremden Instituts von 2,91 auf 3,50 Euro angehoben zu haben. Spendenzahlungen und Einzahlungen auf das eigene Konto bleiben gratis, nicht betroffen sind auch die bargeldlosen Überweisungen inklusive Online-Banking.

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Wien (AK) kritisieren den Schritt mit den Worten: "Wenn es darum geht, angebliche Mehrkosten auf die Bankkunden abzuwälzen, sind die Banken sehr schnell." Sie fordern, auch Kostenvorteile sofort weiter zu geben, und wollen sich auf EU-Ebene stark dafür machen, dass die Wettbewerbsbehörden in Brüssel der 2003 geplanten Zahlungsverkehrsallianz von BA-CA, Erste Bank/Sparkassen und Bawag/PSK nur dann zustimmen, wenn sich die Banken verpflichten, Kosteneinsparungen an die Konsumenten weiter zu geben.

Für die FPÖ sind die höheren BA-CA-Zahlscheingebühren eine "Zumutung für die Kunden". "Diese völlig überzogene hohe Gebühr trifft jedenfalls vor allem sozial Schwache sowie ältere Menschen", wie es in einer Aussendung heißt. Diese seien mit den aktuellen Kontobuchungsvereinbarungen nicht vertraut und verfügten nicht über Kosten sparende Möglichkeiten wie zum Beispiel Internetbanking.

BA-CA-Pressesprecher Martin Hehemann weist in diesem Zusammenhang auf den "irren manipulativen Aufwand" bei Bargeldeinzahlungen hin, die zwar weniger als 0,5 Prozent aller Zahlungsverkehrstransaktionen ausmachten, gleichzeitig aber 40 Prozent der Kosten für die BA-CA verursachten. Ziel der Preisanpassung sei es, das Zahlungsverhalten so zu verändern, dass Kunden über ein Konto überweisen.

"Alle Banken arbeiten im privaten Zahlungsverkehr defizitär", beruft sich Hehemann auf eine neue Studie des Unternehmensberaters McKinsey, in der von Verlusten von insgesamt 152 Mill. Euro die Rede ist. Die Kosten müssten daher gesenkt werden, "wo es möglich ist. Aber ganz ohne Anpassung der Preise geht es leider auch nicht", so Hehemann.

Auch die Erste Bank plant, ihre Gebühren von derzeit 2,91 Euro zu erhöhen. Dies soll Anfang 2003 geschehen, wie eine Sprecherin der APA heute bestätigte.

Bei den anderen heimischen Geldinstituten bleibt vorerst alles beim Alten. "Wir haben nichts im Talon liegen, um etwas zu ändern", sagte Bawag/PSK-Pressesprecher Dieter Pietschmann auf APA-Anfrage. Aus der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) hieß es: "In unserem Haus sind derzeit keine Änderungen geplant." Gleiches verlautete heute auch aus der Volksbank Wien.

15.11.2002 08:12