Streiks bei britischer Feuerwehr
- Militär musste einspringen
In Großbritannien kämpft derzeit die Armee an der Feuersfront. Warum? Die Berufsfeuerwehr ist im Streik. Das hat am Donnerstag in London zu erheblichen Behinderungen bei den Verkehrsdiensten geführt. Bei der U-Bahn gab es große Verzögerungen, weil Zugführer wegen der angeblich erhöhten Sicherheitsgefahren die Arbeit verweigerten.
Besonders betroffen war die Piccadilly Line, die zwischen dem Stadtzentrum und dem Flughafen Heathrow verkehrt. Mehr als 50.000 Mitglieder der Feuerwehrgewerkschaft FBU waren am Mittwochabend in einen 48-stündigen Streik getreten. Ihre Arbeit wurde von Soldaten und - in den eher ländlichen Gegenden - von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr übernommen. Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte der BBC, das Militär habe angesichts der schwierigen Situation "ausgezeichnete Arbeit" geleistet.
Nach einer ersten Bilanz starben in der Nacht bei Hausbränden landesweit drei ältere Menschen. Ein direkter Zusammenhang zu möglichen Verzögerungen bei der Ankunft der Rettungsdienste kann nach Auskunft der Behörden nicht nachgewiesen werden. In einem Fall hätten FBU-Mitglieder ihre Streikposten verlassen, um eine Frau aus ihrem brennenden Haus zu retten. Sie starb wenig später im Krankenhaus.
Landesweit waren statt der normalerweise 56.000 Feuerwehrleute knapp 30.000 Soldaten und Angehörige der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Ihnen standen statt der 3.000 modernen Einsatz-Züge nur 827 altmodische Militärfeuerwehr-Wagen aus den fünfziger Jahren zur Verfügung.
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