Deutschen Telekom macht 24,5 Mrd. Euro Verlust
- Keine Dividende für dieses Jahr
- Ricke zum neuen Chef gewählt

Die Deutsche Telekom hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen Rekordverlust von 24,5 Mrd. Euro geschrieben. Grund seien vor allem hohe Sonderabschreibungen auf Mobilfunkbeteiligungen im Ausland und auf UMTS-Mobilfunklizenzen, teilte das Unternehmen mit. Bekannt wurde auch, dass Kai-Uwe Ricke (Bild) zum neuen Telekom-Chef gewählt wurde.
Das Unternehmen werde wegen der hohen Verluste für dieses Jahr keine Dividende an die Aktionäre zahlen, teilte die Deutsche Telekom mit. Zur Zukunft der Mobilfunktochter VoiceStream in den USA erklärte das Unternehmen, diese werde weder verkauft noch mit einem anderen Anbieter fusioniert.
Die Abschreibungen in den ersten neun Monaten des Jahres beliefen sich auf 33,4 Mrd. Euro. Davon seien 21,4 Mrd. Euro Sondereinflüsse. Der Umsatz zwischen Jänner und September belief sich auf 39,2 Mrd. Euro. Dies waren zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg um 5,6 Prozent auf zwölf Mrd. Euro.
Die Schulden des Konzerns konnte das Unternehmen zwischen Ende Juni und Ende September nur geringfügig von 64,2 auf 64 Mrd. Euro reduzieren. Bis Ende 2003 will das Unternehmen den Schuldenberg auf einen Betrag zwischen 49,5 und 52,3 Mrd. Euro verringern.
Ricke zum neuen Chef gewählt
Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hat am Donnerstag Kai-Uwe Ricke (41) einstimmig zum neuen Vorstandschef gewählt. Das teilte die Telekom in Bonn mit. Der 41-jährige galt bereits in den vergangenen Wochen als aussichtsreichster Kandidat für den Telekom-Chefposten. Ricke folgt dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer, der im Juli nach dem drastischen Kursverfall der T-Aktie von der Konzernspitze zurückgetreten war. Daraufhin hatte Helmut Sihler (72) den Konzern mit der Maßgabe geführt, spätestens nach sechs Monaten wieder abgelöst zu werden.
Sommer hatte Ricke im Mai 2001 in den Vorstand geholt. Dort ist er für T-Mobile und T-Online zuständig. Der Abbau der drückenden Schuldenlast des "Rosa Riesen" von 64 Mrd. Euro wird für den Chef oberste Priorität haben. Das Unternehmen wird am Donnerstag auch seine Neun-Monats-Zahlen vorlegen. Erwartet wird ein Rekordverlust von bis zu 28 Mrd. Euro.
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