Mittwoch, 13. November 2002

10 Monate Euro - 2.420 Blüten aufgetaucht

  • Neue Währung für Kriminelle attraktiver als Schilling
  • PLUS: So erkennen Sie "echte" Geldscheine, Preisgefühl testen!

Die Fälscher lieben den € mehr als den Schilling! Rund zehneinhalb Monate gibt es den Euro in Österreich, über zehn Monate stehen die Daten zur Verfügung: 2.420 Fälschungen sind bisher in Österreich sicher gestellt worden. Zudem hat die Exekutive 1.358 Euro-Falsifikate beschlagnahmt, bevor sie in den Zahlungsverkehr gelangten. Im Vergleich zum Schilling und dem Jahr 2001 bedeutet dies eine Steigerung: Im Vorjahr wurden 1.323 gefälschte Schillingnoten aus dem Umlauf gezogen.

Im Vergleich zum Schilling und dem Jahr 2001 bedeutet dies eine Steigerung: Im Vorjahr wurden 1.323 gefälschte Schillingnoten aus dem Umlauf gezogen und 904 vor der Ausgabe beschlagnahmt. Stefan Augustin, Abteilungsleiter der Banknoten- und Münzkasse der Nationalbank: "Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Der Euro ist attraktiver für Fälscher. Deren Ziel ist es, eine Währung anzugreifen, die in einem großen Absatzgebiet anzutreffen ist." Insgesamt - also inklusive aller anderen beschlagnahmten Valuten - ist allerdings ein Rückgang gegenüber 2001 zu verzeichnen.

Laut Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt (BK) war vor allem zu Beginn dieses Jahres das Fälschungsaufkommen sehr gering. Im Sommer - der Ferienzeit - habe man einen Anstieg verzeichnet, nun sei der Trend wieder leicht rückläufig. Das gebe Anlass zu der Hoffnung, dass man am Jahresende über niedrigere Zahlen berichten könne als 2001. "Wir haben aber beim Euro noch keine Erfahrungen in Bezug auf das Weihnachtsgeschäft und den Wintertourismus", sagte Zwettler.

Weitere Trends: Beim Auftreten der Falsifikate war ein sehr starkes Ost-West-Gefälle zu verzeichnen, die meisten Fälschungen gab es in Wien, gefolgt von Niederösterreich. "Die Falsifikate stammen zum Großteil aus den osteuropäischen Staaten", betonte Zwettler. Auch die Verteiler würden aus diesen Ländern kommen. Zudem seien Einkaufszentren wie die Shopping City Süd (SCS) mittlerweile weit über die Landesgrenzen bekannt.

Fälscherattacken gibt es vor allem im Handel zu den Haupteinkaufszeiten, und da werden bevorzugt Geschäfte heimgesucht, in denen in kurzer Zeit viele Kunden bedient werden. Als Beispiele nannte Zwettler Trafiken, aber auch Taxis. Bevorzugte Fälschungsobjekte waren bisher mit großem Abstand der Fünfziger und der Hunderter.

Die Experten appellierten an die Bevölkerung, sich mit den Sicherheitsmerkmalen des Euro vertraut zu machen. Am besten gehe man dabei nach dem Motto "Fühlen - Sehen - Kippen" vor. Der "echte" Euro sei durch die besondere Struktur ertastbar. Gegen das Licht betrachtet sind drei Wasserzeichen sowie der Sicherheitsstreifen erkennbar. Ebenfalls bei einer guten Lichtquelle wird der Kippeffekt sichtbar. Die Wertbezeichnung ändert beim Kippen der Note ihre Farbe von Rot auf Grün.

13.11.2002 12:31