Bei Semperit wackeln die letzten Jobs
- Verhandlungen mit Käufer gescheitert
Bei Semperit wackeln die letzten noch verbliebenen Jobs. Die 300 Mitarbeiter, die noch in im Gummimischwerk und in der Verwaltung in Traiskirchen tätig sind, müssen zittern. Der deutsche Mutterkonzern Continental hat die Verkaufs-Verhandlungen mit einem niederösterreichischen Industriellen abgebrochen.
Die Frage, was denn derzeit bei der Semperit-Belegschaft in Traiskirchen für eine Stimmung herrsche, ist überflüssig. "Alle arbeiten, verdienen gutes Geld - aber die Leute wissen, dass sie ein Ablaufdatum haben", so der resignierende Kommentar des Arbeiterbetriebsrates Alfred Artmäuer, der im Moment noch 330 Arbeiter zu betreuen hat. "Wer was anderes findet, der geht
- das ist klar", sagt er unumwunden zur APA.
Ende 2005, so die Information des Mutterkonzerns Continental, soll endgültig Schluss sein. Dann wird man auch im Reifenmischwerk die Maschinen herunterfahren und abmontieren. Artmäuer hat kaum noch Hoffnung, dass sich noch grundlegend etwas ändern wird: "Conti hat die Trauben immer schon sehr hoch gehängt und stets mehr Flexibilität von uns verlangt. Das war auch vor der Schließung des Reifenwerkes so. Und man weiß ja, was passiert ist." Ende Juli lief der letzte Reifen vom Stapel.
Selbst die im August angelaufene, erweiterte Arbeitsstiftung ist für den rührigen Betriebsrat nicht das Allheilmittel. "Natürlich wollen alle Kollegen sofort rein - und es kommt auch jeder rein. Nur wann?", klagt Artmäuer. Das Problem: So lange ein "Semperitler" auf die Aufnahme in die Stiftung wartet, ist er beim Arbeitsmarktservice (AMS) voll vermittelbar. Erhält er in der "Warteschleife" einen anderen Job zugewiesen, bleibt für die Weiterbildung keine Zeit mehr.
Derzeit befinden sich nach Angaben des AMS rund 150 Personen in der Stiftung, etwa 50 konnten bereits weitervermittelt werden. Insgesamt stehen 1.000 Plätze mit einer Laufzeit bis Ende 2005 zur Verfügung. Artmäuer lässt schon jetzt leise die Forderung nach einer neuerlichen Erweiterung durchklingen. Denn mit diesem Datum begeben sich - mit ziemlicher Sicherheit - abermals mehr als 300 Semperit-Arbeiter auf Jobsuche.
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