Dienstag, 12. November 2002

Vodafone übertrifft mit Gewinnsprung Erwartungen

  • Gewinnplus auch in Deutschland und Italien

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2002/03 (31. März) einen Gewinnsprung verzeichnet und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Das Unternehmen steigerte seinen Vorsteuergewinn bis Ende September um 41 Prozent auf 4,25 Mrd. Pfund (6,8 Mrd. Euro). Trotz des Gewinnzuwachses sagte Vodafone-Chef Chris Gent am Dienstag in London für das zweite Halbjahr ein "schwächeres Ergebnis" voraus.

Im Vorjahreszeitraum hatte Vodafone einen Gewinn vor Steuern von drei Mrd. Pfund gemeldet. Die deutsche Tochter des weltgrößten Mobilfunkkonzerns verbuchte im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis.

Der Umsatz im Konzern stieg den Angaben zufolge im ersten Halbjahr um 67 Prozent auf fast 15 Milliarden Pfund. Gent zeigte sich über die weitere Geschäftsentwicklung "sehr zuversichtlich." Gewinnspannen und Umsatz in den Sparten der Text- und Datendienste würden auch weiter steigen. Nach eigenen Angaben hat Vodafone weltweit 107 Millionen Kunden, 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In Deutschland legte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu, teilte die Vodafone D2 GmbH in Düsseldorf mit. Der Umsatz kletterte um 9 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro. Allein im zweiten Quartal gewann Vodafone 400.000 Neukunden. Damit bleiben die Briten mit 22 Millionen Kunden die Nummer 2 auf dem deutschen Markt hinter T-Mobile (mehr als 23 Millionen).

In Italien hat die Vodafone-Tochter Omnitel im ersten Halbjahr 2002 (bis Ende September) beim Umsatz zweistellig um 16,3 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro zu. Das EBITDA stieg um 9,7 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Ende September 2002 hatte der Mobilfunkbetreiber 18,31 Mill. Kunden unter Vertrag, was einem dreiprozentigen Wachstum gegenüber März 2002 entspricht.

Nach der Vorlage des Halbjahresergebnisses stieg die Vodafone-Aktie an der Londoner Börse um zehn Pence auf 108 Pence. Sie hatte Anfang 2000 mit knapp 400 Pence ihren Höchststand erreicht. Zu dem Kursverfall der vergangenen Monate sagte Gent: "Die Leute haben einfach bezweifelt, dass wir diese Wachstumsraten erzielen können."

Als Grund für die erwartete schwächere Geschäftsentwicklung für das nächste Halbjahr nannte Gent höhere Werbungskosten und die bis Dezember geplante Einführung von Internet-Mobiltelefonen der dritten Generation in Japan. Es gehe darum, bei den Zielsetzungen "realistisch" zu bleiben, sagte Gent.

12.11.2002 15:26