Dienstag, 12. November 2002

BA-CA steigt bei Wiener Städtischer aus

  • Verein hat Stammaktien zurückgekauft

Die zur HypoVereinsbank (HVB) gehörende Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) hat sich von ihrer 8-prozentigen Beteiligung an der Wiener Städtischen Allgemeine Versicherung AG getrennt, bestätigten die beiden Unternehmen einen Bericht in der heutigen Ausgabe des "WirtschaftsBlatt". Die Stammaktien sind somit wieder zu 100 Prozent im Besitz der Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt-Vermögensverwaltung. An der Wiener Börse notiert die Städtische mit Vorzugsaktien, der Streubesitz liegt bei 10 Prozent.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es aus den beiden Unternehmen. Die BA-CA will das frei werdende Kapital für die Expansion in Osteuropa verwenden. Die Kooperation zwischen BA-CA und Städtischer sei mit der Kapitalentflechtung aber nicht beendet, wird betont. Die Wiener Städtische ist nach wie vor an der HVB beteiligt.

Der Ausstieg der BA-CA ist auf Wunsch der Städtischen erfolgt. Sollte der Verein auf Gegenseitigkeit, die Wiener Städtische Vermögensverwaltung, wieder Stammaktien abgeben, werden diese dem deutschen Kooperationspartner HUK Coburg angeboten, mit dem die Städtische seit dem Vorjahr zusammenarbeitet, sagte Wiener Städtische-Generaldirektor Günter Geyer am Dienstag zur APA. Die Kooperation zwischen Städtischer und HUK Coburg soll in wechselseitigen Kapitalbeteiligungen münden, in einem ersten Schritt rund 5 Prozent. Bis zu 20 Prozent sind möglich.

Die BA-CA sei auch in Zukunft ein guter Partner, der Ausstieg bedeute keine Beendigung der Kooperation, sondern vielleicht "eine neue Basis". BA-CA und Städtische haben zwei gemeinsame Versicherungsbeteiligungen, die vor der Fusion stehen: An der CA-Versicherung halten sie jeweils 50 Prozent, an der Union Versicherung sind sie gemeinsam mit der deutschen Ergo-Gruppe zu je einem Drittel beteiligt. Die Fusionsgespräche seien noch nicht abgeschlossen, es gebe jedoch schon konkrete Vereinbarungen. Zeitdruck gebe es keinen, die Zusammenlegung werde auf Basis der Jahresabschlüsse 2002 erfolgen. Laut "WirtschaftsBlatt" soll es bereits eine Lösung für die Beteiligungsverhältnisse an der fusionierten Gesellschaft geben: Städtische und Ergo würden demnach je 45 Prozent halten, die BA-CA 10 Prozent.

Auch die BA-CA, die seit 1993 an der Städtischen beteiligt war, weist darauf hin, dass die Zusammenarbeit der beiden Institute vom Ausstieg nicht betroffen sei. Die fusionierte CA/Union Versicherung soll auch in Hinkunft in Österreich bevorzugter Partner im Versicherungsgeschäft sein. Die BA-CA sei mit der Partnerschaft sehr zufrieden, jeder dritte Kunde habe ein Versicherungsprodukt der CA Versicherung bzw. der Union Versicherung.

In Mittel- und Osteuropa arbeitet die BA-CA mit unterschiedlichen Versicherungspartnern zusammen, in Polen etwa ist es die zur Münchener Rück gehörende Ergo-Versicherungen. Die Städtische dagegen kooperiert beispielsweise in Rumänien mit Raiffeisen.

In der Wiener Städtischen Vermögensverwaltung gab es auch Veränderungen im Aufsichtsrat: BA-CA-Chef Gerhard Randa und BA-CA-Vorstand Erich Hampel sind bereits vor einigen Wochen ausgeschieden. Ihre Mandate werden laut Geyer nicht nachbesetzt. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BA-CA, Karl Samstag, soll dem Vernehmen nach weiterhin Aufsichtsrats-Chef in der Städtischen AG bleiben.

12.11.2002 13:39