Dienstag, 12. November 2002

Commerzbank baut nach Quartalsverlust Stellen ab

  • Keine Ergebnisprognose für Gesamtjahr 2002

Die Commerzbank hat im dritten Quartal 2002 einen Verlust vor Steuern von 133 Mill. Euro eingefahren und will nun weitere Arbeitsplätze abbauen. Das Bankhaus teilte am Dienstag in Frankfurt mit, die Investment-Banking-Aktivitäten in New York, Prag, Singapur und Tokio sollten eingestellt beziehungsweise beschränkt werden. Dadurch würden rund ein Viertel der Arbeitsplätze in diesem Bereich - rund 300 Stellen - sowie weitere 150 Jobs abgebaut. Die Commerzbank hat bereits mehr als 3.000 Stellen im Laufe des vergangenen Jahres gestrichen.

Im Zwischenbericht zum dritten Quartal heißt es weiter, das Zusammenwirken verschiedener Belastungsfaktoren beeinflusse unverändert das Commerzbank-Geschäft: "Einerseits hat sich die Stimmung an den Aktienmärkten nicht aufgehellt, andererseits macht uns die anhaltend schlechte Verfassung der Wirtschaft immer größere Sorgen." Die flaue Konjunktur wirke sich besonders stark auf die Risikovorsorge aus. "Nach 254 Mill. Euro im ersten und 308 Mill. Euro im zweiten Quartal haben wir für das dritte Quartal 436 Mill. Euro aufgewendet; das sind insgesamt neun Zwölftel der für das Gesamtjahr 2002 aus heutiger Sicht erwarteten Risikovorsorge von gut 1,3 Mrd. Euro."

Der Vorstand nahm im Zwischenbericht zudem kurz Stellung zu den immer neuen Spekulationen um das Bankhaus. "Im September dieses Jahres war unsere Bank Gegenstand einer Gerüchtewelle mit absurden und unsinnigen Vermutungen. Unsere Aktionäre, unsere Geschäftspartner und Mitarbeiter haben sich diesen Meldungen nicht beirren lassen. Dafür sind wir dankbar."

Die Commerzbank gibt wegen der volatilen Kapitalmärkte keine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2002 und kündigt für das vierte Quartal weitere Restrukturierungsrückstellungen an. "Angesichts der volatilen Märkte hält es der Vorstand für nicht sinnvoll eine Prognose für das Gesamtjahr zu geben", hieß es. Ende Oktober hatte Bankchef Klaus-Peter Müller gesagt, er wisse nicht ob die Bank 2002 Gewinn mache. Im dritten Quartal hat das Institut einen Vorsteuerverlust von 133 Mill. Euro ausgewiesen.

Vor allem wegen des Einmalgewinns aus der Zusammenlegung der Rheinhyp mit den Hypothekentöchtern der Deutschen und Dresdner Bank habe sich die Kernkapitalquote der Bank nach neun Monaten auf 6,7 (zum ersten Halbjahr 5,9 ) Prozent verbessert, hieß es ferner.

12.11.2002 10:56