OMV-Ergebnisse im 3.Quartal im Rahmen d. Erwartung
- EBIT in ersten drei Quartalen rund 39 % unter Vorjahr
Trotz einer im bisherigen Jahresverlauf erzielten Verbesserung wird der Energiekonzern OMV im Gesamtjahr 2002 nicht an die vorjährigen Rekorde anknüpfen können. Daher droht möglicherweise auch eine Dividendenkürzung: Es werde schwer sein, die Dividende - im Vorjahr 3 Euro plus 1,30 Euro Bonus je Aktie - zu halten, wenn das Ergebnis zurückgeht, sagte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer am Dienstag. Für das vierte Quartal erhofft sich die OMV eine weitere Erholung der Raffineriemargen und einen Anstieg beim Raffinerie/Marketing-Ergebnis.
Im dritten Quartal, über das die OMV am Dienstag berichtete, wurden bereits spürbar bessere Ergebnisse als im zweiten Vierteljahr erzielt. So lag das EBIT mit 117 Mill. Euro um zwei Prozent höher, der Periodenüberschuss mit 85 Mill. Euro sogar zehn Prozent höher. Der Cash-flow kletterte im Vorjahresvergleich sogar um 18 Prozent auf 145 Mill. Euro. Der Konzern-Umsatz war heuer bis September mit 5,137 Mrd. Euro um 11 Prozent geringer, während der Mitarbeiterstand durch verstärkte Aktivitäten in R&M sowie E&P leicht auf 5.804 anstieg.
Ihre Öl- und Gasproduktion hat die OMV mittlerweile bereits auf 95.000 Barrel Öläquivalent täglich erhöht. Mit der bevorstehenden Produktionsaufnahme im australischen Gasfeld Patricia Baleen werden es 101.000 boe/Tag, was dem für die Jahreswende 2002/03 anvisierten Ziel von 100.000 entspricht. Bis 2008 will die OMV ihr Fördervolumen wie berichtet auf 160.000 boe täglich steigern und ihren (Marketing-)Marktanteil in Mittel- und Osteuropa von heuer 10 auf 20 Prozent verdoppeln. Das Tankstellennetz in der Donau-Region soll bis dahin von heute 1.250 bzw. 1.300 zu Jahresende auf "an die 2.000" Stationen ausgeweitet werden. Im Inland ist der Treibstoffabsatz heuer - auch wegen des Tanktourismus aus "teureren" Nachbarländern - um mehr als 17 Prozent angestiegen.
Ihre Ölpreisannahme für 2002 hat die OMV nunmehr auf 24 Dollar/Fass bzw. knapp darüber nach oben angepasst, wobei der bisher höchste Stand mit fast 29 Dollar im September erreicht war, knapp 10 Dollar mehr als Anfang 2002. Die Irak-Krise erfordert laut OMV-Chef kein eigenes Öl-Krisenszenario, da die internationalen Märkte auch dies "auspuffern" könnten. Vor allem der schwächere Dollar hat bis September die E&P-Produktionskosten um 12 Prozent auf 5,27 Dollar je Fass hochgetrieben, dafür verringerten sich die Explorationskosten wegen der im Sudan eingestellten Aktivitäten um absolut 9 Prozent. Dort will man, eine nachhaltige Ruhe im Land vorausgesetzt, frühestens im Februar 2003 wieder tätig werden. Der E&P-Schwerpunkt werde künftig - weiterhin - in Nordafrika, der Nordsee, im Mittleren und Fernen Osten sowie Russland und GUS liegen. Im Up- und Downstream verfolge man eine Reihe von Projekten, so Ruttensdorfer, doch wolle man über Akquisitionen erst reden, wenn sie finalisiert seien.
Die Raffineriemargen verbesserten sich im Jahresverlauf spürbar. Waren es im ersten Quartal nur 9 Cent, betrugen sie zuletzt einen halben Dollar (48 Cent) und stiegen im Oktober weiter leicht an. Mit 2,85 Dollar/Fass wurde in der letzten Oktober-Woche der bisher höchste Wert dieses Jahres erreicht. Üblicherweise beträgt die Rotterdamer Referenzmarge, so OMV-Vize Gerhard Roiss, um die zwei Dollar, im Vorjahr waren es 1,97 Dollar. Der Raffinerieabsatz der OMV sank bis September um 2 Prozent auf 8,7 Mill. t, die Verarbeitungsmenge blieb mit 9,2 Mill. t stabil. Schwechat war heuer zu 93 Prozent ausgelastet, Burghausen zu 99 Prozent.
Für das Gas-EBIT erwartet die OMV 2002 eine Abschwächung, was durch die Gasmarktöffnung und geänderte Verbuchungen nach dem Econgas-Start zurückzuführen ist. Beim Kunststoffhersteller Borealis, an dem OMV 25 Prozent hält, sieht man für das vierte Quartal noch gedämpfte Aussichten. Das Chemieergebnis sollte sich wegen des anhaltenden Drucks bei Düngemitteln und Melamin auf Vorjahresniveau bewegen.
Der Finanzerfolg des OMV-Konzerns sank in den ersten neun Monaten auf 10,7 (35,7) Mill. Euro. Das EGT verringerte sich um 36 Prozent auf 301 Mill. Euro. Der Verschuldungsgrad erhöhte sich per 30.9. geringfügig auf 19 Prozent (17 Prozent Ende 2001), die Nettoverschuldung legte auf 443 (386) Mill. Euro zu. Investiert wurden heuer mit 471 Mill. Euro um 32 Prozent mehr, dabei ein Drittel in E&P, die Hälfte davon in UK und Australien. Das Eigenkapital stieg um rund zwei Prozent, die Eigenkapitalquote des Konzerns blieb mit 39 Prozent stabil.
Die OMV-Aktie notierte am Dienstag an der Wiener Börse um 14:15 Uhr mit 92,64 Euro, um 0,70 Prozent über dem Vortagesschluss.
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