Montag, 11. November 2002

United Airlines einigt sich mit Gewerkschaft

  • Lohnkürzungen statt Abbau von 2.700 Flugbegleiter-Jobs
  • Einsparung von 412 Millionen US-Dollar in 5,5 Jahren

Eigentlich wollten die "United Airlines", jene Fluggesellschaft, die am 11. September 2001 zwei Maschinen durch Terror verlor, 2.700 Flugbegleiter kündigen, um Geld zu sparen. Nach zähen Verhandlungen verzichtet nun die Gewerkschaft im Namen aller Flugbegleiter auf einen Teil des Einkommens. 412 Millionen US-Dollar kommen so in fünfeinhalb Jahren zusammen. Und die Jobs bleiben - vorerst - erhalten.

Die Vertretung der Flugbegleiter der US-Fluglinie United Airlines (UAL) hat sich mit dem Unternehmen auf Lohnkürzungen in Höhe von 412 Millionen Dollar (408 Mill. Euro) geeinigt. Das teilte am Sonntag die zweitgrößte Gewerkschaft in dem Unternehmen mit, die 26.000 Mitarbeiter vertritt. Die Kürzungen erstrecken sich auf einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren.

Flugbegleiter müssen noch zustimmen
Die Flugbegleiter sollen sich den Gewerkschaftsangaben zufolge nun bis zum 30. November entscheiden, ob sie der Vereinbarung zustimmen.

UAL ist die zweitgrößte US-Fluggesellschaft und von der Insolvenz bedroht. Wegen der reduzierten Flugzahl und der anhaltenden Schwäche der Reisebranche hatte das Unternehmen am Freitag einen weiteren Abbau von 2.700 Flugbegleiter-Stellen bis zum 31. Januar angekündigt.

Piloten müssen auch kürzen
Die Piloten der Fluglinie stimmen derzeit über eine Reduzierung ihrer Gehälter um 2,2 Milliarden Dollar ebenfalls in den kommenden fünfeinhalb Jahren ab. Die UAL-Maschinisten haben dagegen bisher noch nicht einer Kürzung zugestimmt. UAL verhandelt derzeit mit fünf Gewerkschaften im Unternehmen über Gehaltskürzungen im Umfang von insgesamt 5,8 Milliarden Dollar.

Staatskredit gegen Insolvenz
Mit den Kürzungen beim Personal und in anderen Bereichen versucht UAL eine staatliche Unterstützung für einen Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar zu erhalten, um damit eine Insolvenz abzuwenden. Im nächsten Monat muss das Unternehmen große Kreditsummen begleichen.

UAL schwer getroffen durch 11. September - wirklich!
Seit den Anschlägen am 11. September 2001 hat UAL riesige Verluste gemacht. In 2001 summierte sich die Summe auf ein Rekordminus von 2,1 Milliarden Dollar. In 2002 beträgt der Verlust bisher 1,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen macht täglich ein Minus von sieben Millionen Dollar, weil die Nachfrage nach Flügen gering ist und die Preise dadurch unter Druck geraten sind.

Jede Fluggesellschaft und jede andere Firma führt Verluste der vergangenen 14 Monate auf den 11. September zurück. Aber die UAL darf das mit Fug und Recht tun: Die Anschläge wurden mit vier Passagierflugzeugen ausgeführt, die von Luftpiraten zum Absturz gebracht wurden. Zwei davon gehörten der United Airlines.

11.11.2002 08:23