Rekordmeister drehte Match gegen Pasching um
- Doppelschlag von Herzog und Markus Hiden fixierte Sieg
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Die Abschlusstabelle
der Saison 2003/04
Rekordmeister Rapid Wien feierte am Samstagabend gegen Aufsteiger Pasching einen 2:1-(0:1)-Heimsieg. Bozo Kovacevic hatte die Gäste in einer vor allem nach dem Wechsel packenden Partie zwar in der 33. Minute nach perfekter Vorarbeit von Kahraman und Idealpass von Glieder mit 1:0 in Führung gebracht. Doch nach der Pause gelang es den Hütteldorfern binnen 88 Sekunden durch einen Doppelschlag von "Joker" Andi Herzog und Markus Hiden (63./64.) diesen Rückstand in einen am Ende glücklichen Erfolg zu verwandeln. Pasching bleibt trotz dieser Niederlage mit zwölf Punkten Rückstand auf Austria Wien Tabellenzweiter.
Das letzte Heimspiel der Grün-Weißen vor der Winterpause begann mit einer Trauerminute für Stefan Wagner, der am 6. November 89-jährig als ältester noch lebender Rapid-Spieler verstorben war. Nach diesem Moment der Ruhe in Hütteldorf sorgten zunächst die Hausherren für Sturm, eine Eckballserie in der Anfangsphase brachte aber nichts ein: Bei einem Schießwald-Kopfball rettete Kovacevic vor der Linie in den Corner (5.), unmittelbar danach scheiterte Wallner an Pasching-Schlussmann Schicklgruber, der erneut in den Corner abwehrte.
"Gurkerl" zum 0:1
Auf der Gegenseite fand Glieder in Goalie Maier ebenfalls seinen Meister (11.), und nach einer Kovacevic-Flanke verfehlte Glieders Kopfball sein Ziel. In der 20. Minute war dann wieder Rapid am Drücker, doch der per langem Pass ideal bediente Rene Wagner schaffte es nicht, Schicklgruber zu bezwingen. Pasching exerzierte schließlich in der 33. Minute perfekt vor, wie leicht man gegen den Rekordchampion ein Tor erzielt. Kahraman tankte sich in der Mitte durch, spielte auf Glieder, der sofort auf Kovacevic weitergab, und der Teamspieler ließ Maier mit einem klassischen "Gurkerl" keine Chance.
Herzog kam nach der Pause
Nach diesem Gegentor agierte Rapid vollkommen verunsichert, erst die Pausen-Einwechslung von Regisseur Herzog, der am Mittwoch gegen Norwegen sein 100. Länderspiel bestreitet, hauchte der scheinbar toten Elf der Hütteldorfer, die sich nun ganz auf die Offensive konzentrierte, neues Leben ein. Der Rekord-Nationalspieler ließ mit einem tollen Solo die gesamte Abwehr der Oberösterreicher aussteigen und stellte auf 1:1, 88 Sekunden später hatte Schicklgruber bei einem abgefälschten Schuss von Hiden erneut keine Chance.
Gelb-Rot für Herzilein
Danach setzte Pasching alles auf eine Karte, doch der Ausgleich gelang dem Aufsteiger nicht mehr, auch nicht gegen die in der Schlussphase nach dem Gelb-Rot-Ausschluss von Herzog - er hatte die zweite Gelbe erhalten, weil er nach einer Verletzungbehandlung einfach aufs Feld gelaufen war, ohne das Zeichen von Schiedsrichter Thomas Gangl abzuwarten - nur mehr mit zehn Mann agierende Heimmannschaft. Die größte der zahlreichen Ausgleichschancen brachte dabei die 77. Minute, in der zunächst Glieder an Maier scheiterte und anschließend ein Schuss des eingewechselten Kuljic an die Außenstange ging. In der Schlussphase wurde ein Rapid-Tor durch Kulovits wegen Abseits nicht gegeben (92.). Damit verlor Pasching nach dem 0:1 im Happel-Stadion, mit dem damals der sensationelle Tabellenführer aus Oberösterreich gestürzt worden war, auch das zweite Gastspiel bei Rapid.
Josef Hickersberger (Rapid-Trainer): "Der Sieg war verdient, weil wir alles gegeben haben, um Pasching zu schlagen. Wir hatten aber in den letzten 15, 20 Minuten auch sehr viel Glück, als Pasching versuchte, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Meiner Meinung nach hat die Führung für Pasching nicht dem Spielverlauf entsprochen. Nach der Hereinnahme von Herzog haben wir uns aber erfangen und nicht nur den Ausgleich erzielt, sondern innerhalb von zwei Minuten sogar die Führung geschafft." Zum Ausschluss von Herzog: "Regeltechnisch hatte der Schiedsrichter Recht, gefühlsmäßig war dieser Ausschluss aber - ich will nicht sagen an den Haaren herbeigezogen - doch zumindest übertrieben."
Andreas Herzog (Torschütze zum 1:1): "Ich bin froh, dass ich wieder Tore schieße und dass wir das Spiel noch umgedreht haben." Und zu seinem Jubel in Richtung Pressetribüne: "Ich habe ein Jahr meinen Mund gehalten und war ruhig. Irgendwann muss ich auch Reaktionen zeigen, die wichtigste habe ich auf dem Spielfeld gezeigt." Zum Ausschluss meinte Herzog: "Das war ein Blödsinn von mir."
Georg Zellhofer (Pasching-Trainer): "Ich bin riesig enttäuscht, wir haben Rapid ganz klar kontrolliert. Das Spiel ist innerhalb von fünf Minuten gekippt, schade, dass uns am Ende der Ausgleich nicht mehr gelungen ist. Beim Verwandeln der Chancen müssen wir noch abgeklärter auftreten. Ich sehe keine Krise bei Rapid, die sind zu Hause sehr stark."
Rapid Wien - SV Pasching 2:1 (0:1)
Hanappi-Stadion, 7.200 , SR Gangl
Tore: 0:1 (33.) Kovacevic, 1:1 (63.) Herzog, 2:1 (64.) Markus Hiden
Rapid: Maier - Schießwald - Markus Hiden, Adamski - Saler (46. Herzog), Hofmann (61. Prisc), Knez, Ivanschitz, Jazic - R. Wagner, Wallner (80. Kulovits)
Pasching: Schicklgruber - Kafkas - Knabel, Wisio (75. Wisio) - Mair (66. Laschet), Kovacevic, Kahraman, Riegler, Alexander Hörtnagl - Mühlbauer (68. Datoru), Glieder
Gelb-Rote Karte: Herzog (86./Unsportlichkeit)
Gelbe Karten: Wagner bzw. Mühlbauer, Kuljic
Die Besten: Herzog, Hofmann, Knez bzw. Kafkas, Kovacevic, Mühlbauer
