Stronachs Wunschkandidat BL-Geschäftsführer
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Von Janocko bis Roland Kirchler
Frank Stronach pflegt zu gewinnen, seine Wünsche werden erfüllt. Zumindest im österreichischen Fußball. Die Vereinschefs bestellten am Donnerstag Abend in der Hauptversammlung der Fußball-Bundesliga Peter Westenthaler, den Wunschkandidat von Bundesliga-Präsident Stronach, zum zweiten Bundesliga-Geschäftsführer neben Thomas Kornhoff. "Ich habe den Präsidenten gesagt, sie sollen nachdenken. Herausgekommen ist, dass Westenthaler die meisten Stimme bekommen hat", erklärte Stronach, der Kritik am Auswahlverfahren nicht gelten ließ.
270 Bewerbungen waren bei der Bundesliga eingegangen, nach dem Ausstieg von Peter Zulehner war der Weg frei für Westenthaler, der laut Stronach von acht der zehn Präsidenten gewählt wurde. Die Frage, ob mehr Marketing- oder Lobbying-Fähigkeiten gefragt sind, entschied die Hauptversammlung mit der Wahl von Lobbyist Westenthaler. "Ich habe immer gesagt, wenn ihr meine Vorschläge nicht annehmt, braucht ihr mich nicht", sagte Stronach fast diktatorisch.
Vertrag für vier Jahre
Westenthaler erhält einen Vertrag für vier Jahre und wird voraussichtlich ab Jänner offiziell seine Arbeit beginnen. Der Politik hat der langjährige FPÖ-Spitzenmann damit ade gesagt. "Ab dem heutigen Tag ist meine Zukunft für die nächsten vier Jahre besiegelt. Sollte ein Ruf aus der Politik kommen, wird er an mir vorbei gehen", betonte der 34-jährige Wiener.
Deutsche Bundesliga als Vorbild?
Der neue Geschäftsführer wird bereits am Samstag aktiv. In Gelsenkirchen ist Westenthaler "Auf Schalke" zu Gast. "Ich will sehen, wie der Fußball dort funktioniert. Ich werde mir die Top-Ligen genau anschauen. Man kann gute Dinge auch kopieren. Die Bundesliga und der österreichische Fußball müssen wieder eine höheren Stellenwert in Europa erlangen. Wenn nicht die stärkste, so wollen wir die angesehendste Liga werden. Die Latte liegt sehr hoch", erklärte Westenthaler.
Service-Betrieb auch für Fans
Neben diesem langfristigen Ziel will Westenthaler die Bundesliga als echten Service-Betrieb für Fans, Vereine und Spieler etablieren und die Jugendarbeit forcieren. "Da brauchen wir auch Unterstützung von der öffentlichen Hand. Ich werde dafür Lobbying betreiben, derzeit gibt es bei der Förderung ein Missverhältnis zwischen Kultur und Sport von neun zu eins", so der glühende Austria-Fan.
