Widhölzl mit gestärktem Selbstvertrauen in WM-Saison
- "Wir haben jetzt mehr Leute, die sich um uns kümmern"
- PLUS: Nordische legen sich Latte heuer hoch (Kasten rechts)
Er hat bisher zwei olympische Bronzemedaillen, Team-WM-Bronze, Skiflug-WM-Silber und ein Mal die Vierschanzen-Tournee gewonnen sowie 16 Weltcup-Siege gefeiert. Der ganz große Titel fehlt Andreas Widhölzl noch. Mit seinem überlegenen Sieg beim Sommer-Grand-Prix hat der 26-jährige Tiroler aber gezeigt, dass in der am Freitag und Samstag in Kuusamo (jeweils ab 17.30 Uhr) beginnenden Weltcup- und WM-Saison wieder stark mit ihm zu rechnen sein wird.
"Der Gesamt-Weltcup-Sieg ist sicher ein Ziel. Bis jetzt war ich ein Mal Zweiter, Dritter und Vierter, da würde mir ein erster Platz noch fehlen", sagte Widhölzl gegenüber der APA. "Swider" hat nach wie vor die Nummer-eins-Stellung im Team von Neo-Cheftrainer Hannu Lepistö, der gemeinsam mit den neuen Co-Trainern Heinz Kuttin und Stefan Horngacher das Ruder übernommen hat. "Wir haben jetzt mehr Leute, die sich um uns kümmern und zusätzlich auch immer einen Physiotherapeuten (Gernot Landerer) und einen Servicemann (Herbert Seidl) mit. Da hat sich einiges geändert und das ist sehr positiv", freut sich Widhölzl über die neuen Strukturen.
Martin Koch ist neuer Zimmerkollege
Das Trainerteam harmoniere sehr gut miteinander und außerdem können auch die Athleten ihre Erfahrung und Meinung einbringen. "Wir dürfen auch aktiv sein und uns äußern, und das ist mir sehr wichtig. Schließlich bin ich auch schon einige Zeit dabei." Geändert hat sich mit Martin Koch auch der Zimmerkollege von Widhölzl, der ja viele Jahre mit seinem guten Freund Horngacher ein Gespann bildete. Im Verhältnis zum "Steff" bemerkt er sonst aber kaum einen Unterschied. "Er hat mir auch früher schon immer wieder Tipps gegeben, da gibt's überhaupt kein Problem."
"Exklusivrecht" bei Blizzard
Besonders wichtig ist im Spitzensport freilich der Materialbereich. Widhölzl ist sehr zufrieden mit seinem quasi "Exklusivrecht" mit Hersteller Blizzard. "Es ist ein Riesenvorteil, weil ich die Ski für mich entwickeln kann und die Erfahrungen auch bei mir bleiben", erklärt der zweifache Familienvater, der schon seit einiger Zeit in Mieming lebt. Lediglich im B-Kader verfügt man teilweise über Blizzard-Ski, im Ausland hingegen gar nicht. Der Ski und das damit verbundene System sei nun viel stabiler geworden.
Österreichische Anzüge für unsere Springer
Erfreut ist er auch über das Engagement der Firma Schneider in Altenmarkt, die nun ebenfalls Anzüge für die ÖSV-Skispringer herstellt. "Es ist super, dass wir nicht nur auf den einen in Deutschland angewiesen sind, weil wir da auch schon öfters eingefahren sind." Der deutsche Hersteller Meininger hat wohl auch manchmal Prioritäten in Richtung eigener Landsleute gesetzt, diesen Vorteil hat man mit Schneider nun ebenfalls.
In Kuusamo beginnt's
Die ÖSV-Adler reisen heute von Kuopio in einer etwa vier- bis fünfstündigen Fahrt mit dem Auto nach Kuusamo. Mit dem Flugzeug wäre die Anreise noch komplizierter gewesen. Widhölzl hat die Schanze in Kuusamo als Fliegerschanze in Erinnerung. "Es hat dort erst ein Mal, 1996, zwei Weltcup-Springen gegeben. Es ist eine der größten Schanzen, und sie taugt mir gut." Neben Widhölzl werden Martin Höllwarth, Wolfgang Loitzl, Martin Koch, Andreas Goldberger, der zurück gekehrte Reinhard Schwarzenberger sowie Andreas Kofler und Stefan Thurnbichler um die ersten Weltcup-Punkte der Saison kämpfen.
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