Sonntag, 17. November 2002

Radcliffe und El Guerrouj "Leichtathleten des Jahres"

  • Marokkos "Wunderläufer" schaffte "erfolgreiche Titelverteigung"
  • PLUS: Die Leichtathleten des Jahres von 1988 bis 2002

Die britische Langstrecken-Rekordlerin Paula Radcliffe und Marokkos "Wunderläufer" Hicham El Guerrouj sind die "Leichtathleten des Jahres 2002". Der Weltverband IAAF ehrte die beiden herausragenden Sportler am Sonntagabend bei einer großen Gala in Monte Carlo. Die Wahl unter jeweils zehn Kandidaten (Männer und Frauen) hatte zuvor ein internationales Expertengremium getroffen.

Erstmals seit 1993, als die beiden Briten Colin Jackson und Sally Gunnell triumphierten, ist damit kein US-Athlet auf Platz eins gewählt worden. 100-m-Weltrekordler und Grand-Prix-Gesamtsieger Tim Montgomery aus den USA musste sich überraschend geschlagen geben und wurde Zweiter vor dem 400-m-Spezialisten Felix Sanchez aus der Dominikanischen Republik.

Marion Jones auf Platz zwei
Bei den Frauen sicherte sich die überragende Sprinterin der Saison, 100-m-Olympiasiegerin Marion Jones aus den USA, den zweiten Platz vor der mexikanischen 400-m-Seriensiegerin Ana Guevara. Jones war 1997, 1998 und 2000 als Welt-Leichtathletin ausgezeichnet worden.

El Guerrouj in diesem Jahr ungeschlagen
Weltrekordler El Guerrouj ist der erste Leichtathlet seit Einführung der Auszeichnung im Jahr 1988, der seinen Titel erfolgreich verteidigte. Der 28-jährige Marokkaner kann auf die beste Saison seiner erfolgreichen Karriere zurückblicken. In allen elf Rennen über 1.500 m und die Meile - darunter sämtliche sieben Golden-League-Meetings und das Grand-Prix-Finale - blieb er in diesem Jahr ungeschlagen. "Er hat bewiesen, dass er ein großes Vorbild nicht nur für sein Land, sondern für die Leichtathletik weltweit ist", betonte IAAF-Mediendirektor Nick Davies.

Radcliffe überrascht
Radcliffe war von der Auszeichnung überrascht. "Das ist für mich ein schöner Abschluss eines perfekten Jahres. Diese Ehrung bedeutet sehr viel für mich, zumal ich Marion und Ana hinter mir lassen konnte", sagte die 28-jährige Langstreckenläuferin, die eine unglaubliche Saison hinter sich hat: Zunächst Cross-Weltmeisterin, dann Commonwealth-Siegerin über 5.000 m, in München 10.000-m-Europameisterin mit Europarakord - und als Krönung am 13. Oktober in Chicago die Marathon-Weltbestzeit von 2:17:18, womit die Britin als erste Frau der Welt unter 2:18 Stunden blieb.

17.11.2002 15:53