Samstag, 16. November 2002

Spekulation um Lazio-Aktie

  • Verkauf durch Cirio führte zu rasantem Anstieg

Die Aktie des römischen Fußball-Oberhausklubs Lazio, des Drittrundengegners von Sturm Graz im UEFA-Cup, hat trotz der immensen Verluste des Klubs in den vergangenen Tagen einen rasanten Aufschwung erlebt. Der Grund für den Anstieg um insgesamt 35 Prozent auf 0,756 Euro sind Spekulationen, wonach ein Käufer der Anteile des bisherigen Mehrheitseigentümers Cirio ein Barabfindungsangebot zu einem höheren Kurs machen werde. Die Aktie hatte kürzlich bei einem historischen Tief von 0,511 Euro notiert.

Lazio, neben AS Roma und Juventus Turin einer von drei Serie-A-Klubs an der Mailänder Börse, hat im Geschäftsjahr 2001/02 einen astronomischen Verlust von 102,6 Millionen Euro verzeichnet. Leistungsträger wie Kapitän Alessandro Nesta und Topscorer Hernan Crespo wurden verkauft. Vergangenen Mittwoch gab Präsident Sergio Cragnotti nun den Verkauf der Lazio-Anteile bekannt, die von seinen Unternehmen Cirio Finanziaria (35,82%) und Cirio Holding (15,14%) gehalten werden. Der krisengeschüttelte Nahrungsmittelkonzern Cirio will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Steigt Gaddafi-Sohn ein?
Auch der Name des künftigen Eigentümers des Meisters von 2000 ist Anlass für Spekulationen. In italienischen Medien wird vielfach der Schweizer Pharma-Unternehmers Ernesto Bertarelli genannt. Der Besitzer der Firma Serono will sich aber nach Angaben eines Firmensprechers auf sein "Steckenpferd", den America's Cup der Hochsee-Segler (er sponsert die Spitzen-Yacht Alinghi), konzentrieren. Die Zeitung "La Repubblica" hat Saadi El Gaddafi, den Sohn des libyschen Staatschefs Muammar El Gaddafi, ins Spiel gebracht, der über seine Investmentgesellschaft Lafico schon 7,5 Prozent der Anteile an Juventus und 50 Prozent am Zweitdivisionär Triestina hält.

16.11.2002 14:18