Kartnig: Abrechnung mit Medien, Kritikern und Osim
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Hannes Kartnig hatte sich in letzter Zeit betont zurückgehalten. Der Abgang von Ivica Osim, das gescheiterte Daum-Engagement und die Suche nach einem neuen Trainer hatten den sonstigen "Sonnenkönig" etwas leiser treten lassen. Vor dem UEFA-Cup-Rückspiel gegen Lewski Sofia lief der Präsident von Sturm Graz, der in der Vorwoche Franco Foda definitiv zum Chefcoach ernannt hatte, im Mannschaftshotel Hilton aber wieder zu alter Höchstform auf.
Was im kleinen Kreis begonnen hatte, nachdem er über sich die Gerüchte einer Sonder-Betriebsprüfung bei Sturm und den Verkauf seiner Perspektiven-Werbung geärgert hatte, entwickelte sich zu einer Abrechnung mit dem österreichischen Fußball. Frei nach dem Motto: "Ich habe vor niemand Angst." Hannes Kartnig über diesbezügliche "Sportwoche"-Berichte: "Jeder Klub in Österreich hatte auf Grund der Tirol-Misere eine Prüfung. Bei uns ist alles erledigt. Eine Lohnsteuerprüfung gibt es alle zwei Jahre. Es gibt keine Sonderprüfung bei uns. Die Gebietskrankenkasse prüft alle Klubs in Österreich."
Firma wird nicht verkauft
"Und was hat die Perspektiven-Werbung mit Sturm zu tun? Nichts. Meine Firma ist 500 und nicht 50 Millionen Schilling wert. Kein Mensch verkauft was. Es gibt Firmen, die wollen mich haben. Ich habe meinen Preis. Die Leute wissen, dass ich gut bin und gute Leute sind gefragt. Ich muss nicht verkaufen, ich werde kaufen! Ich mache Gewinne."
Klagt Osim Sturm?
Schon einmal in Fahrt legte der Sturm-Chef nach, als er über die finanziellen Details im Zuge der Osim-Trennung befragt wurde. "Was will Osim für eine Abfertigung? Soll er gehen und soll es probieren! Ich habe ihn nie entlassen, er ist vor Zeugen vorzeitig aus seinem Vertrag ausgestiegen. Aber Osim will nicht streiten, das reden ihm Mittelsmänner und Rechtsanwälte ein. Osim klagt Sturm nicht. So weit kenne ich diesen Menschen. Zu mir hat er gesagt: Zeigen sie sich großzügig." Sturm verdanke Osim viel, doch sei er laut Kartnig ein Angsthase gewesen. "Er hat mir nie gesagt, welche Spieler er braucht und sich dann immer an mir und Heinz Schilcher abgeputzt. Er hatte nie eine gerade Linie und war einmal so und einmal so."
Zum geplatzten Wunsch Christoph Daum zu holen: "Ich habe ihn jetzt zufällig einmal im Hotel Intercont getroffen, wie er sich mit einem spanischen Manager unterhalten hat. Daum hat einen Mörderschmäh und gute Wuchteln drauf, der kann's. Er hätte gut zu mir gepasst. Er bewegt was und will das System aus Leverkusen auch in Österreich umsetzten. Aber er hat mir gesagt: Was hier alles passiert! In Donezk hat ihn der Svetits zur Pause so belästigt, dass es ihm peinlich war und er seine Karte hergegeben hat."
Attakce gegen Stronach-Freunde
Bundesliga-Präsident und Austria-Mäzen Frank Stronach ist für Hannes Kartnig ein besonderes Thema: "Ich will mich mit Stronach nicht streiten. Das wäre taktisch unklug. Es bringt nichts, wenn ich mit dem Schädel gegen die Wand renne. Gegen ihn bin ich machtlos. Er ist korrekt und nicht link, aber er hat mit Svetits und Rudas die falschen Einflüsterer. Stronach hat mir sogar Walter Schachner angeboten. Für ihn zählt nur der Europacup. Bis auf zwei, drei Österreicher wird er alle heimischen Spieler aussortieren, weil sie für Europa nicht tauglich sind."
Sturm habe derzeit "keine guten Österreicher. Nur mit Österreichern sind wir weg vom Spitzenplatz und spielen um Rang 5, 6, 7, 8. Wir müssen aber vorne mitspielen, weil unsere Fans erfolgsverwöhnt sind. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Doch die Sturm-Jugendabteilung ist fertig, die haben wir selbst finanziert", so Kartnig, der das Gentlemen Agreement als "Parteisache" hinstellte.
Dass auch seine neue Liebe medial ausgeschlachtet wird, kann Hannes Karnig nicht verstehen. Deshalb sagte er auch eine Einladung zu "Vera" ab: "Dabei hatte ich mir schon was überlegt gehabt - Der Beckenbauer gibt Häuser. Ich muss Wohnungen geben."
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