Mittwoch, 13. November 2002

Auch Herren fordern wieder einmal Saisonverkürzung

  • Neue Hitzebestimmungen in Melbourne
  • PLUS: Das herren-Masters & Rücktritt von Sanchez-Vicario

Nicht nur die Damen, auch die Herren beklagen sich wieder einmal über eine zu lange Tennis-Saison. Mit dem Tennis Masters Cup in Schanghai wird zwar die ATP-Saison abgeschlossen, doch durch die Ansetzung des Daviscup-Finales für Ende November und den Beginn der neuen Saison mit dem Hopman-Cup nur vier Wochen darauf, gibt es für einige Spieler nahezu überhaupt keine Urlaubschance.

"Die Saison ist zu lang. Wir brauchen eine längere Pause. Es wäre gut für die Spieler und gut für die Fans. Man muss den Leuten die Möglichkeit geben, sich auf die neue Saison zu freuen", brach Andre Agassi in Schanghai eine Lanze für ein Überdenken des Terminkalenders. Einer der Leidtragenden ist Marat Safin, der am Mittwoch auch sein zweites Match beim Masters Cup verlor. "Ich bin hier in Schanghai und habe immer noch drei Wochen vor mir, ehe dieses Jahr für mich vorbei ist. Dann habe ich nur zehn Tage Ferien und muss schon mit den Vorbereitungen auf die neue Saison beginnen", sagte Safin.

Ab 35 Grad wird nicht mehr gespielt
Wenigstens bei den Australian Open kommt man den Spielern wieder einen Schritt entgegen, denn die Hitzebestimmungen wurden weiter zu Gunsten der Akteure nach unten gesetzt. Ab 2003 wird nicht mehr gespielt, wenn die Lufttemperatur 35 Grad erreicht hat und die so genannte "Wet Bulb Globe Temperature" (WBGT) 28 oder mehr beträgt. Letztere ist eine Kombination aus Lufttemperatur, -feuchtigkeit, Intensität der Sonnenstrahlen und Windgeschwindigkeit. Dieser Wert zeigt an, ob ein Individuum überhaupt noch Hitze abgeben kann, ganz egal, ob es sitzt oder in Bewegung ist.

Rücktritt unter Tränen
Für Arantxa Sanchez-Vicario ist dies alles seit Dienstag kein Thema mehr. Die 30-jährige Spanierin hatte ja unter Tränen in Barcelona ihren Rücktritt erklärt (siehe Kasten rechts). "Sie hat dem Tennis so viel gegeben: Ihre Kampfkraft und ihren Willen, aber immer mit einem Lachen. Sie hat Geschichte geschrieben und ich wünsche ihr alles Gute", meinte die frühere Nummer eins der Welt und 22-fache Grand-Slam-Siegerin Steffi Graf, die ja selbst schon seit drei Jahren in "Pension" ist. Und auch die derzeit rekonvaleszente Ex-Nummer-eins Martina Hingis zollte der Spanierin Respekt: "Sie war eine großartige Spielerin und das über einen so langen Zeitraum. Ich habe oft gegen sie gespielt, beim ersten Mal war ich erst 16", erinnerte sich die Schweizerin.

13.11.2002 13:18