Montag, 11. November 2002

Jukic startet WM-Countdown in Übersee

  • Gegen starke Konkurrenz Vorbereitung auf Kurzbahn-EM
  • Europameisterin geht erstmals auf Höhentrainingslager

Europameisterin Mirna Jukic wird von Freitag bis Sonntag wieder für eine Premiere im österreichischen Schwimmsport sorgen. Die 16-Jährige bestreitet als erste VÖS-Athletin ein zum Kurzbahn-Weltcup zählendes Meeting außerhalb Europas. Und zwar in Rio de Janeiro, wo die sieben Events umfassende Serie beginnt. Jukic wird auch in New York (22./23. November) und in Schanghai (1./2. Dezember) starten, das ist aber nur der Anfang eines auf die WM im Juli 2003 in Barcelona ausgerichteten Aufbauprogramms.

Trainer-Vater Zeljko Jukic hat da einen exakten Plan ausgearbeitet. "Wir werden viel experimentieren, Mirna wird im Training viel Neues machen." Kernstück dieser Philosophie ist die erstmalige Abhaltung von Höhentrainingslagern in der Schwimm-Familie Jukic. Der erste Aufenthalt in luftiger Höhe beginnt einen Tag vor oder nach Weihnachten voraussichtlich auf dem Goldeck und dauert drei Wochen. Schwimmen bzw. trainieren wird die "Sportlerin des Jahres" aber am Fuße des Berges im Stadthallenbad von Spittal/Drau.

Höhentrainingslager in Spanien
Das zweite Höhentrainingslager ist für die zweite April-Hälfte in der Sierra Nevada geplant, unmittelbar anschließend an die Teilnahme an den offenen spanischen Meisterschaften am WM-Schauplatz. Vater Jukic verspricht sich von der Form nach den beiden Camps wichtige Erkenntnisse: "Im Jänner kommen wir vier Tage vor dem ersten der drei europäischen Weltcup-Meetings in Paris herunter, im April fahren wir dagegen direkt von der Sierra Nevada zum Austria-Meeting."

Voll ausgelastet
Dem Antreten in Paris folgen im Dreitages-Rhythmus Stockholm und Berlin, nach dem Austria-Meeting wiederum bestreitet Jukic in der ersten Mai-Hälfte in Wochen-Abstand die Events in Preßburg und Athen. Zeljko Jukic hofft dann zu wissen, zu welchem Zeitpunkt nach einem Höhentrainingslager seine Tochter die optimale Leistung erbringt. Das nächste halbe Jahr ist also auch eine Investition in die Zukunft des österreichischen Schwimm-Aushängeschilds. Voraussichtlich zwei Meetings im Juni sollen als letzte Tests vor der am 13. Juli beginnenden WM dienen.

Vorbereitung auf Kurzbahn-EM
Jukic' Vorbeitung auf die Kurzbahn-Saison verlief zuletzt etwas modifiziert, der Coach ließ seine Tochter erstmals Krafteinheiten machen. "Aber das war in zwei Monaten nur elf Mal. Wir haben auch an zwei Tagen zwei Mal trainiert, einfach nur zum Probieren." Den Weltcup sieht er natürlich auch als Vorbereitung auf die Kurzbahn-EM (12.-15. Dezember) in Riesa. "Aber auch da gibt es Vieles, von dem ich die Auswirkungen noch nicht weiß. Es gibt viel Reisestress und in Rio schwimmt Mirna erstmals im Freien auf der Kurzbahn."

Preisgeld als Anreiz
Die Schülerin selbst schätzt am Weltcup vor allem die große Konkurrenz, speziell in Schanghai wird sie es mit den starken Chinesinnen zu tun bekommen. "Für mich sind die Zeiten am wichtigsten, nicht die Platzierung. Starke Gegnerinnen helfen mir da am meisten. In Österreich kann ich ja oft auch langsam schwimmen und gewinne trotzdem." Anreiz ist natürlich auch das Preisgeld für den Gewinn des Weltcups, aber besonders bei Fixierung eines neuen Weltrekord klingelt's in der Kassa.

11.11.2002 10:52