Dienstag, 12. November 2002

Castor-Transport in Gorleben eingetroffen

  • Harms: "Politische Lösung muss gefunden werden"
  • GRAFIK: Der bislang größte Castor-Transport im Detail!

Der bisher größte Castor-Transport mit hochradioaktivem Müll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ist ohne größere Zwischenfälle in Gorleben eingetroffen. Die ersten Lastwagen mit den Castor-Behältern fuhren am Donnerstagmorgen gegen 07.25 Uhr in das Werkstor des Zwischenlagers ein.

Die letzte Etappe des Transports verlief nach Angaben der Polizei "reibungslos". Die Fraktionschefin der Grünen im niedersächsischen Landtag, Rebecca Harms, forderte eine grundsätzliche Lösung des Problems.

Nach einer nächtlichen Verladeaktion von der Schiene auf Lastwagen verließ der Konvoi eine Stunde zuvor die Umladestation in Dannenberg. Die Polizei hatte in der Nacht auf der Transportstrecke bei Laase die Blockade mehrerer hundert Atomkraftgegner aufgelöst.

"Es muss endlich eine politische Lösung für diesen Konflikt gefunden werden", sagte Harms in Gorleben. "Die Proteste werden weitergehen, so lange dieser ungeeignete Standort nicht aufgegeben ist." Die Grünen-Politikerin kritisierte, dass die Polizei die Castor-Transporte mittlerweile offenbar als "sportliche Herausforderung" ansehe. Dies sei der Problematik nicht angemessen.

Die zwölf Castor-Behälter enthalten Glaskokillen mit insgesamt 1320 Tonnen hochradioaktiven Abfalls. Es handelt sich um die dritte Rückführung von deutschem Atommüll in das Zwischenlager Gorleben seit der Wiederaufnahme der Transporte aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague im März 2001. Beim ersten Transport hatte es im Wendland massive Protestaktionen gegeben; vier Atomkraftgegner hatten den Castor-Zug mit einer spektakulären Ankettaktion 24 Stunden lang aufgehalten.

12.11.2002 09:21