Donnerstag, 14. November 2002

SP zu lasch? Vranitzky kritisiert im FORMAT Wahlkampf

  • "Signale an die Wirtschaft sind zu schwach"
  • Van der Bellen: "Rot-Grün auch ohne Gusenbauer" (Kasten)

In einem FORMAT-Interview übt Ex-Bundeskanzler Vranitzky heftige Kritik am Wahlkampf der SPÖ. Vranitzky rät Spitzenkandidat Alfred Gusenbauer, eine deutlich härtere Gangart einzuschlagen: "Ich persönlich würde klar sagen: Für die SPÖ ist es undenkbar mit Karl Heinz Grasser eine Regierung zu bilden. Wolfgang Schüssel kann derzeit ja nicht einmal sagen, welcher Regierung der Kärntner dienen soll."

Auch mit der Auswahl der Quereinsteiger ist Vranitzky nicht ganz zufrieden. Ihm fehle, so der Ex-Politiker im FORMAT-Gespräch, ein Kandidat, der Wirtschaftskompetenz symbolisiert und ein Angebot an ehemalige FPÖ-Wähler darstellt. Vranitzky zu FORMAT: "Ein Kopf aus der Wirtschaft wäre deshalb wichtig, weil Alfred Gusenbauer nach wie vor ein alt-marxistisches Gebinde angehängt wird. Diesen Schreckgespenstern muß man Angebote an wirtschaftsliberale Wähler entgegensetzen."

Laut Vranitzky müsse die politische Mitte stärker besetzt werden, Josef Broukal und Wolfgang Petritsch seien personell wichtige Signale aber eindeutig noch zu wenig. Vranitzky zu FORMAT: "Ein zusätzliches personelles Angebot wäre extrem wichtig. Die Signale an die Wirtschaft sind zu schwach."

14.11.2002 14:15