Dorotheum: Schiele-Bild vor Auktion beschlagnahmt
- Schätzpreis für Werk aus 1907: Zwischen 45.000 und 60.000

Skandal im Wiener Dorotheum: Das Egon Schiele-Bild "Bildstock, Häuser und Bäume" (siehe Foto) sollte am 27. November bei der Auktion "Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst" versteigert werden. Schätzpreis: Zwischen 45.000 und 60.000 Euro. Doch jetzt wurde das Gemälde, das im Jahr 1907 entstanden ist, beschlagnahmt!
Das Bild war aus dem Besitz des 1942 im KZ Theresienstadt umgekommenen Wiener Zahnarztes Heinrich Rieger "arisiert" und nicht restituiert worden. Das berichtet "Der Standard" in seiner Samstag-Ausgabe. Gegenüber der APA bestätigte man im Dorotheum die behördliche Sicherstellung des Kunstwerks, das weiterhin im Haus verwahrt werde und aus der Versteigerung genommen wurde.
Es sei dies das erste Mal, dass ein "arisiertes" Kunstwerk in Österreich beschlagnahmt wird. Die Beschlagnahmung erfolgte auf Antrag des Rechtsanwaltes Harry Neubauer, der die Erben nach Heinrich Rieger vertritt. Das Dorotheum habe seine Provenienzangabe "Dr. Heinrich Rieger; Galerie Welz, Salzburg; William Lincer, New York" aus Jane Kallirs Schiele-Werkverzeichnis bezogen. Es lägen jedoch zahlreiche Publikationen aus jüngster Zeit zur Sammlung Rieger auf, in denen die vier vom Land Salzburg an Welz übergebenen Schiele-Gemälde "eindeutig als Raubkunst ausgewiesen" seien, heißt es. Neben den behördlichen Ermittlungen will auch das Dorotheum nun weitere Recherchen zur Herkunft des Bildes anstellen.
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