Seltenes Wind-Phänomen: Sahara-Sand in Kärnten
- Kaum Fernsicht durch extrem dichte Staubschleier
Der Föhnsturm über Österreich bescherte Kärnten am Freitag ein seltenes Phänomen, nämlich einen veritablen "Sandsturm". So war am Nachmittag der "Hausberg" Villachs, der Dobratsch, von der Stadt aus nicht zu sehen. Laut Wetterwarte Klagenfurt werden die Sandverfrachtungen bis Samstag weitergehen und auch Salzburg und die Steiermark erreichen.
Ein dichter, rötlicher Nebel lag am Freitag über dem Großraum Villach, die Fernsicht war stark beeinträchtigt, sogar die Sonne war verschleiert. Am späteren Nachmittag breitete sich das Phänomen auch in die östlichen Landesteile aus. Die Luft schmeckte staubig, gelegentliche Regentropfen hinterließen rotbraune Sandspuren auf Autos, Fenstern und Fassaden.
Paul Rainer von der Wetterdienststelle Klagenfurt erklärte: "Der Sand kommt aus Nordafrika, genauer gesagt, aus der Sahara." Ein bis zwei Mal pro Jahr würden starke Südwestströmungen dazu führen, dass der Sand bis nach Österreich transportiert wird, das Ausmaß des "Sandsturms" vom Freitag ist laut Rainer aber außergewöhnlich: "Dass solche Mengen bis zu uns kommen, ist sehr selten."
Der Grund dafür ist nicht nur die "direkte Windbahn" von Nordafrika nach Österreich, dazu kommen noch Gewitterherde am Rande der Sahara, die den Wüstensand in die oberen Luftschichten wirbeln. "Dadurch kann der Sand überhaupt erst so weit geblasen werden", erklärte Rainer. Das seltene Wetterphänomen soll noch bis morgen anhalten und sich auch nördlich des Alpenhauptkammes bemerkbar machen.
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