Freitag, 15. November 2002

Garnitur der U6 bei Alterlaa beschossen!

  • Täter verwendeten Luftdruckgewehre oder Steinschleudern
  • Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon; 2.000 € Schaden

Unglaubliches passierte Donnerstag Abend in Wien! Eine Garnitur der U-Bahn-Linie U6 wurde bschossen! Sechs von einer oder mehreren unbekannten Personen abgefeuerte Geschosse durchschlugen vier Scheiben an zwei Waggons. Es wurde zum Glück niemand verletzt.

Insgesamt ist laut Polizei sieben Mal auf die U-Bahn gefeuert worden, ein Projektil prallte an einer Scheibe ab. Bisher wurde keines der Geschosse gefunden. Auf Grund der Ausmaße der sechs Einschlaglöcher gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um etwa vier Millimeter große Objekte gehandelt hat.

Der Vorfall hat sich gegen 22.30 Uhr zwischen den Stationen Am Schöpfwerk und Alterlaa in Fahrtrichtung Siebenhirten zugetragen. Fahrgäste alarmierten in Alterlaa den Zugführer, der die Garnitur einzog und Anzeige erstattete.

Augenzeuge: "Mehrere laute Knaller"
"Kurz nach dem Verlassen der Station Schöpfwerk gab es mehrere laute Knaller zu hören", schilderte ein Fahrgast, der im zweiten Waggon des Zuges von der Arbeit auf dem Weg nach Hause war. "Es vergingen einige Sekunden, bis uns klar wurde, dass wir gerade beschossen worden sind!" Menschen kamen nicht zu Schaden, der Schrecken war aber groß: "Als ich mich umsah, bemerkte ich, dass drei Schüsse in meiner unmittelbaren Nähe in die Fensterscheiben eingeschlagen sind", so der Augenzeuge.

Vermutlich mehrere Täter
"Weil so viele Geschosse in so kurzer Folge den schnell fahrenden Zug getroffen haben, ist anzunehmen, dass es sich um mehrere Täter handelt", sagte Johann Ehrengruber von den Wiener Linien. Für den Standort der Unbekannten gebe es zwei Möglichkeiten: "Entweder gleich nach der Ausfahrt Am Schöpfwerk, dort gibt es auf einer Anhöhe eine Wiese. Oder von den Türmen der Wohnhausanlage in Alterlaa aus." Die Täter hätten jeweils aus einer Entfernung von 50 bis 100 Metern feuern müssen.

Steinschleuder oder Luftdruckgewehr
Bei der oder den Waffen handelt es sich laut Ehrengruber vermutlich um Steinschleudern, mit denen die Geschosse mit Wucht gegen den Zug gefeuert worden sein dürften. Es könnten aber auch Luftdruckgewehre oder -pistolen gewesen sein, hieß es bei der Polizei.

2.000 Euro Schaden
Gleich nach der Alarmierung durch die erschrockenen Fahrgäste sei die Garnitur in die Abstellhalle in der Rößlergasse gebracht und die Polizei verständigt worden. Die durchschlagenen Scheiben aus Verbundglas müssen getauscht werden, Kostenpunkt rund 2.000 Euro. "In der Form ist so etwas bei den Wiener Linien noch nicht vorgekommen. Schneebälle, die auf Züge geworfen werden, sind wir ja gewohnt, aber in dieser krassen Form nicht", sagte Ehrengruber.

15.11.2002 11:41