Nobel-Juwelier Haban überfallen: 2 Millionen Beute!
- Unmaskierte Täter brauchten gerade einmal 45 Sekunden
- 1998 wurde bei einem Raub der Geschäftsführer erschossen
Sagenhafte zwei Millionen Euro - so hoch ist die Beute, die Räuber beim Überfall auf den Nobel-Juwelier Haban in der Wiener City gemacht haben! Der Coup lief Donnerstag Abend ab - und dauerte gerade einmal 45 Sekunden. Am Freitag gab es zunächst keine Spur von den beiden Tätern und der Beute.
Zwei mit Pistolen bewaffnete Männer hatten die Filiale auf der Kärntner Straße 2 in der Wiener Innenstadt gegen 17.00 Uhr betreten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zehn Personen im Verkaufsraum, fünf Angestellte und ebenso viele Kunden. Sie wurden von den Räubern bedroht und mit knappen Anweisungen aufgefordert, sich auf den Boden zu legen. "Alle Boden, sonst schießen", soll einer der Männer laut den Zeugen gerufen haben.
Geplant rafften die Täter ihre Beute an sich: Mit einem mitgebrachten Schraubenzieher brach einer der Räuber die Auslagenscheibe von innen auf. Gezielt griffen sich die Männer, die von den Ermittlern als "Profis" eingeschätzt werden, nur besonders wertvolle Stücke. "Ringe, Ohrringe, Ohrclips, Armbänder, alles mit Brillanten besetzt", schilderte ein Kriminalist.
Nach 45 Sekunden war nach Angaben des Ermittlers alles vorbei. Die Täter verließen das Geschäft und tauchten im Getümmel auf der Kärntner Straße unter. Ob Passanten, die nach dem Überfall von zwei verdächtigen Männern auf Fahrrädern berichteten, tatsächlich die Gesuchten gesehen haben, war vorerst unklar.
Die Polizei fahndet seither intensiv nach den Räubern. Gleich nach dem Coup wurden die Wiener Bahnhöfe verstärkt überwacht. Alle Grenzstellen sind verständigt. Die Kriminalisten vermuten, dass sich die Täter in Richtung Osteuropa absetzen wollen. Am Freitag wurden die Videoüberwachungsbänder aus dem Geschäft untersucht und ausgewertet.
Eine Filiale des Nobel-Juweliers Haban war somit erneut Schauplatz eines spektakulären Überfalls. Am 9. Mai 1998 ist der 43-jährige Geschäftsführer Siegfried Goluch in dem Geschäft am Graben 12 in Gegenwart zweier Kunden durch einen Kopfschuss getötet worden. Drei der Tat verdächtigten Italiener, die erstinstanzlich zu mehreren Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden waren, sind am Ende des Berufungsverfahrens freigesprochen worden.
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